Klein-Jerusalem feiert: Schützenfest-Auftakt mit Sonnenschein

Klein-Jerusalem feiert : Schützenfest-Auftakt mit Sonnenschein

König Dirk Graschan zeigt sich dankbar für die große Unterstützung seiner Kameraden.

Im September 2018 hat sich Schützenkönig Dirk Graschan einen Moment einsam gefühlt: Als er an die Vogelstange trat, um den Vogel abzuschießen, hatte er keinen Mitbewerber für das Amt. Doch nachdem der Vogel gefallen war, war es mit der Einsamkeit vorbei: Der 52-Jährige lobt die gute Unterstützung, die es ihm leicht mache, zu regieren. Das sieht auch Königin und Lebensgefährtin Karin Schaath (54) so.

Egal, wie sich das Wetter entwickelt: Als verregnet kann das Schützenfest nicht in die Geschichte eingehen. Die Sonne strahlte, als das Fest am Samstag begann, am Sonntag wurden die Marschierer mit Sonnenschein geweckt. Auf dem Erlenweg, wo der König residiert, ist eine riesige Burg entstanden. Was neu in diesem Jahr und gut angekommen ist: „Wir verlangen an keinem Tag mehr Eintritt im Festzelt“, sagt Annika Köffer, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Das Bier ist zwar 10 Cent teurer geworden, kostet jetzt 1,80 Euro, aber diese Preissteigerung gibt es auch auf Schützenfesten mit Eintritt.

In Klein Jerusalem war nicht nur viel los, die Besucher waren auch mächtig in Partystimmung. Am Samstagabend eroberten sie noch weit vor Sonnenuntergang die Tanzfläche. In Klein Jerusalem hat man schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, wenn man möchte. Dafür ist die Jungschützenkönigin Mara Kellermann das beste Beispiel: 2018 erst war der Zug „Taffe Mädels“ gegründet worden, und schon ist er Königszug mit einer strahlenden Jungkönigin. Eine tolle Karriere legte auch Leon Draschan hin, der 21-jährige Sohn des Schützenkönigs: Im vergangenen Jahr war er Minister beim damaligen Jungschützenkönig, jetzt unterstützt er seinen Vater als Königsoffizier.

Am Donnerstag geht das
Feiern im Festzelt weiter

Nach Klein Jerusalem kommen während der Schützenfesttage acht Gastvereine. Eine Besonderheit in diesem Jahr: Hans-Jürgen Baum, Bruder der aus Alt-Willich stammenden Schützenkönigin, marschiert beim ASV im Zug „Die Flimmflämmkes“ mit – auch dieser verstärkte die Reihen der eigenen rund 200 Schützen. Das sind einige mehr als in den Vorjahren, weil sich neue Züge wie die „Wilde Kapeller“ gegründet haben.

König Dirk Graschan schwärmte vom Zusammenhalt unter den Schützen, von der Unterstützung, die er erfahren habe: „Wenn ich Hilfe brauchte, war immer jemand da – sensationell.“ Zu Walzerklängen schwebten er und seine Königin über die Tanzfläche – ein Königstanz, der sich sehen lassen konnte. Und weil der Vogel in Klein Jerusalem erst im September abgeschossen wird, wird das Fest entspannt enden. Heute Abend ist erstmal Schluss mit Feiern, aber am Donnerstag wird wieder wie gewohnt Vatertag im Festzelt gefeiert. barni

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