Schülerlotsen zeigen ihr Können

Schülerlotsen zeigen ihr Können

Die Jugendlichen wurden im Meitner-Gymnasium geprüft. Ein Trio qualifiziert sich für Landeswettbewerb.

Anrath. „Mach dich endlich vom Acker, ich muss dringend zum Arzt“, sagt ungeduldig und gereizt Heinz-Dieter Bach. Er spielt an der simulierten Lotsenstelle den genervten Autofahrer. Der 14-jährige Schülerlotse Max hat aber die Ruhe weg und entgegnet ruhig: „Erst einmal bringen wir die Kinder hier sicher über den Weg zur Schule, dann können sie weiterfahren.“ Gestern trafen sich im Lise-Meitner-Gymnasium in Anrath zehn Schülerlotsen, sechs Jungs und vier Mädels. Es ging darum, sich für den Landeswettbewerb am 4. Juli in Wuppertal zu qualifizieren.

Heinz-Dieter Bach, zugleich Geschäftsführer der Kreisverkehrswacht, war gestern einer von sechs Verkehrserziehungsberatern der Kreis-Polizeibehörde, die den jungen Schülerlotsen bei ihren verschiedenen Stationen über die Schulter schauten. Der Chef des Polizei-Verkehrsdienstes und der Unfall-Prävention, Michael Heimes, war ebenfalls gekommen. Er gehörte in einem Klassenraum, als es um Rollenspiele ging, einer dreiköpfigen Jury an. Neben ihm saßen die für die Schülerlotsen zuständigen Lehrer: Claudia Nerrlich vom Lise-Meitner-Gymnasium sowie Chris Michiels vom Werner-Jaeger-Gymnasium in Lobberich. Gerade war die 14-jährige Sevgi aus Lobberich dran. Auch sie hatte die Ruhe weg, ließ sich von dem eiligen „Autofahrer“ nicht drangsalieren, bekam hinterher 16 von maximal 20 Punkten.

„Der Kreis Viersen war mit seinen Schülerlotsen immer sehr erfolgreich, noch ist es bislang an den Lotsenstellen zu keinen Unfällen gekommen“, sagte der Polizeibeamte Martin Gennert. Die sechs teilnehmenden Jungen besuchen das Lise-Meitner-Gymnasium, die vier Mädchen das Nettetaler Gymnasium. Schülerlotsen gibt nicht in allen Kommunen im Kreis Viersen, und auch im Tönisvorster Schulzentrum gibt es nur einige Elternlotsen. „Aber wir denken gerade in Gesprächen mit den Verantwortlichen darüber nach, dort auch Schülerlotsen einzusetzen“, kommentierten gestern Vertreter der Kreispolizei-Behörde.

An der ersten Station musste ein Fragenkatalog auch zum Allgemeinwissen beantwortet werden. Wenig später machte die Jugendlichen, alle zwischen 13 und 15 Jahre alt, bei Heinz Schwoll einen Reaktionstest, ehe es auf den Schulhof ging. Dort musste die Geschwindigkeit geschätzt werden, als ein Dienstwagen an ihnen vorbeifuhr. „Derzeit haben wir 27 Schülerlotsen im Einsatz, verteilt auf zwei Stellen“, erklärte in einer kleinen Pause Lehrerin Claudia Nerrlich. Die jungen Leute stehen an der katholischen Anrather Kirche und in unmittelbarer Nähe neben der Albert-Schweitzer-Schule an der Neersener Straße.

Auch das Lise-Meitner-Gymnasium war schon bei Landesentscheiden erfolgreich, zuletzt gewann diesen vor zwei Jahren Josefine Sauer. Für das Landesfinale in Wuppertal qualifizierten sich gestern drei Schüler des Anrather Gymnasiums: Luca Falke und Anton Wunstel (beide 15) sowie der 14-jährige Maximilian Schulz.