Schüler des Willicher St.-Bernhard-Gymnasium reisten ins japanische Marugame.

St.-Bernhard-Gymnasium : Gymnasiasten reisen nach Japan

Im Gepäck hatten die elf Schüler und zwei Lehrer eine Absichtserklärung zur Städtepartnerschaft.

Die Eindrücke waren gigantisch, die Sprachbarrieren massiv, die Höflichkeit der Menschen gab Anlass zum Staunen, und die Freundlichkeit der Gastgeber ließ ein Gefühl von Heimat aufkommen. Die Reise nach Japan, die elf Schüler des St.-Bernhard-Gymnasiums zusammen mit dem stellvertretenden Schulleiter Andreas Päßler und Kollegin Sandra Weckbecker im April gemacht hatten, hat sich tief in die Erinnerung eingegraben. Dabei war es mehr als eine Reise: „Wir waren quasi im offiziellen Auftrag unterwegs“, sagt Andreas Päßler. Lehrer und Schüler hatten nämlich die Partnerschaftsabsichtserklärung mit im Gepäck.

Nachdem im vergangenen Jahr ein Freundschaftsvertrag beider Städte vom Willicher Bürgermeister Josef Heyes und seinem Amtskollegen Masaharu Kaji aus dem japanischen Marugame unterzeichnet worden war, soll daraus jetzt eine Städtepartnerschaft werden. Josef Heyes war es auch, der den Austausch zwischen dem Gymnasium und der Fujii-High-School angeschoben hatte. Hochoffiziell ging es daher für die Gymnasiasten und die beiden Lehrer bei dem Besuch beim japanischen Bürgermeisters zu.

Absolute Stille im Unterricht und Konzentration auf den Lehrer

Neben den klassischen Besichtigungen der Sehenswürdigkeiten von Marugame standen auch Schulbesuche an. Hier staunten die Gymnasiasten: Absolute Stille im Unterricht, völlige Konzentration auf den Lehrer, und nach dem Unterricht greifen die Schüler eigenhändig zu Putzutensilien und säubern Klassen, Flure und sanitäre Anlagen. „Kein Schüler betritt mit Straßenschuhe die Schule. Alle ziehen Hausschuhe an, und für die Toiletten gibt es spezielle Toilettenschuhe“, erzählt Melanie. Unbegreiflich erschien den Gymnasiasten das System des Öffentlichen Nahverkehrs. „Die Bahnen und Busse sind auf die Sekunde pünktlich. Man kann so exakt Touren planen“, berichtet Tristano.

Die Landschaft begeisterte die Schüler ebenso, wobei sie zur Zeit der Kirschblüte vor Ort waren und damit ein Blütenmeer erlebten. „Wir waren zu Gast bei einer Einschulung von Fünftklässlern. Es waren gut 500 Leute im Saal. Es war dabei absolut still. Dieser Ausdruck von Respekt für die Redenden war einfach unvorstellbar“, erinnert sich Sandra Weckbecker.

Für Lukas wurde es sogar noch spannend. „Ich habe einen Tag vor der Abreise festgestellt, dass mein Reisepass abgelaufen war“, berichtet er. Doch in Marugame agierte man schnell. Ein Besuch im Rathaus reichte, und der Übergangsreisepasse war fertig. Beim Abschied von den Gastfamilien gab es Tränen und für Ben eine ganz besondere Überraschung: „Meine Gastfamilie hatte mir eine Sahnetorte mit Früchten und einem Bild der gesamten Familie gemacht. Ich war total gerührt“, sagt der Oberstufenschüler.

Im kommenden Jahr reisen die Schüler der Fujii-High-School erneut nach Schiefbahn, nachdem elf Schüler im vorigen Jahr zum ersten Mal am Niederrhein waren. Im Jahr 2021 findet dann wieder der Gegenbesuch statt. „Wir planen den Austausch 2020 mit Schülern der Stufe neun und EF. Entsprechend besuchen unsere Schüler dann die EF und die Q1, wenn sie nach Japan reisen“, sagt Andreas Päßler.

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