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Tönisvorst: Schräge Typen, Spannung und viele komische Situationen

Tönisvorst : Schräge Typen, Spannung und viele komische Situationen

Die Laienspielgruppe „Salz & Pfeffer“ begeisterte das Publikum im ausverkauften Haus Vorst mit dem Schwank „Oma Mina klärt den Fall“.

Vorst. „Oma Mina klärt den Fall“ heißt der Schwank, den die Laienspielgruppe der Kolpingsfamilie Vorst „Salz & Pfeffer“ jetzt einstudiert hat. Die Premiere am Samstag im ausverkauften „Haus Vorst“ war ein voller Erfolg. Bis zuletzt wussten die 250 Zuschauer nicht, wer der böse Erpresser ist — die Antwort auf diese Frage fiel überraschend aus — mehr soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Christoph Zeletzki, seit 2005 Souffleur bei „Salz & Pfeffer“, begrüßte die Zuschauer und kündigte einen Dreiklang aus komischer Handlung, komischen Personen und komischen Situationen an und sollte damit nicht zu viel versprechen.

Ort des Geschehens: Die Wohnstube der Zugmantels, ein eher bieder eingerichtetes Refugium mit großem Kruzifix und großer Truhe, in der sich immer wieder Akteure verstecken sollten. Los geht es mit dem Auftritt von Erwin Zugmantel (Wolfgang Arretz) und seinem Sohn Hans (Heinz-Josef Köhler), die einen leblos wirkenden Mann herbeischaffen. Die Gelegenheitsganoven haben den Fabrikbesitzersohn Fritz Lederle (Michael Germes) verletzt aufgefunden und wollen jetzt Kapital aus diesem „Fund“ schlagen.

Zentrale Figur ist Oma Mina Zugmantel (Melanie Arnolds), eine zunächst schwerhörige 89-Jährige mit dem Hang zum Alkohol. Dass sie stets etwas völlig anderes versteht, als man ihr sagt, wird zum Running Gag. Die Zuschauer erleben wirklich schräge Typen wie die Helikopter-Mutter Betty Lederle (Stefanie Floeth), die ihren 27-jährigen Sohn wie ein Kleinkind behandelt. Ulrich Leusch ist als Polizist in seinem Element, im Rahmen der Ermittlungen taucht er als Wahrsagerin im bunten Paillettenkleid auf, als Beamter zwingt ihn Fritz Lederle, ihm seine Uniform zu überlassen — köstlich, dieser Striptease, wie er da in seiner langen, feuerfesten Dienstunterhose aus Asbest steht.

Die Handlung ist spannend bis zuletzt, aber der Schwank lebt vor alle durch die vielen kleinen komischen Situationen, zum Beispiel als Frau Lederle ihren eigenen, als Frau verkleideten Sohn nicht erkennt oder die Tatsache, dass Oma Mina einen weißen Nachttopf als Brillenetui benutzt.

„In meinem Alter muss man halt nehmen, was kommt“, lautet das Motto der Greisin — sie soll nicht die Einzige sein, deren Herz sich nach der Nähe eines anderen Menschen sehnt. Sie blüht förmlich auf, als Max Ehrlich, der aus den USA angereiste ehemalige Freund des Polizisten, sich um sie kümmert.

Und Sonja, die Tochter von Erwin Zugmantel, verliebt sich in Fritz Lederle. Szenen wie diese werden die Zuschauer so schnell nicht vergessen: Da sind zwei identisch aussehende Akteure auf der Bühne, die beide dieselbe Kleidung tragen und deren Köpfe bandagiert sind. Wer sich wohl dahinter verbirgt?

In der Pause mischten sich die Laienschauspieler unters Volk. Wolfgang Arretz, der noch Minuten zuvor einen Tanz voller Leidenschaft aufs Parkett gelegt hatte, gesteht in kleiner Runde: „Ich bin eigentlich überzeugter Nichttänzer.“

Für einige Termine gibt es übrigens noch Karten, nämlich für Samstag, 4. November, im Forum Corneliusfeld in St. Tönis und für Freitag, 17. November, in der Anrather Josefshalle. Das Ensemble wird wieder 1000 Euro aus dem Kartenverkauf für einen sozialen Zweck zur Verfügung stellen.