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Tönisvorst: Schöner essen in der Mensa

Tönisvorst : Schöner essen in der Mensa

Im Schulzentrum Corneliusfeld ist die Mittagspause in den großen neuen Räumen der Hit.

St. Tönis. „Es gibt nix zu meckern“, sagt Paul Birnbrich. Und weil der Satz so schön ist — für seine Schule, die benachbarte Sekundarschule und für die Stadt Tönisvorst, wiederholen wir ihn: „Es gibt nix zu meckern.“

Pressekonferenzen im Schulzentrum, die mit dem Thema Mensa zu tun hatten, waren in den vergangenen Jahren nicht von einhelliger Begeisterung, Zufriedenheit und Erleichterung geprägt. Baumängel, Defekte, Enge, Lärm . . . die Liste der gerechtfertigten Klagen war lang. Das Warten auf eine zufriedenstellende Lösung stellte auch Schüler und Eltern gehörig auf die Probe.

Nun aber ist die neue Mensa von Sekundarschule und MEG in Betrieb. Seit Montag gibt’s warme Speisen, die Snacktheke mit belegten Broten ist seit dem zweiten Schultag besetzt.

Das Echo? „Die Schüler sind begeistert“, sagt Angela Thiel, die mit Kollegin Marion Frühmark täglich bereits 120 Essen ausgibt. „Wir sind gut gestartet“, sagt Thiel und ist überzeugt: „Da kommen auch noch 50 bis 70 weitere Essen zu.“

Platz in der neuen Erdgeschoss-Einrichtung, die nun endgültig unter dem Namen „Mensa“ geführt wird, ist genug. Marcus Beyer, in der Stadtverwaltung unter anderem zuständig für Immobilien und Gebäudemanagement, kennt alle Zahlen: „Wir haben hier nun 390 Quadratmeter, Raum für 153 Sitzplätze.“ Er schätzt die L-Form des Raumes: „Die zwei Flügel lassen ihn nicht zu groß wirken.“ Schön wie ein Wohnzimmer sei es geworden, sagt auch Annette Stephan, stellvertretende Schulleiterin der Sekundarschule. Das abgeschlossene Bauprojekt hat viele grüne „Erledigt-Haken“ bekommen. Laut Beyer ist der Kostenrahmen von 200 000 Euro eingehalten, sogar leicht unterschritten worden.

Außerdem sind die Arbeiten, das hatten sich die Schulleiter Paul Birnbrich und Annette Stephan zwischenzeitlich gar nicht ausmalen können, pünktlich zu Ende gegangen.

Großes Lob zollen Beyer und Bürgermeister Thomas Goßen daher den beiden Bauleitern Julia Eggerath und Matthias Kossen. „Sie hatten diese Baumaßnahme — für uns eine größeren Ausmaßes — extrem gut im Griff.“

Zehn Gewerke galt es zu koordinieren, sagt Beyer und zählt auswendig eine Liste an Arbeiten und Aufgaben auf, die länger ist als die Speisekarte dieser Woche. Alle Böden wurden erneuert und abgezogen, Wände gestrichen, zuvor waren Abbrucharbeiten, Trockenbau, Elektro, Belüftung, Brandschutz etc. notwendig. Auch die Vorschriften der Hygienestandards seien im Blick gehalten worden — da ist das neue, fast unsichtbare Mückennetz vor den Fenstern und Fluchttüren nur ein Aspekt.

Hocherfreut zeigt sich Birnbrich über die neue Akustik im Großraum: Er hätte sich vorher nicht vorstellen können, dass sich so viele Menschen zum Essen dort aufhalten könnten und es nicht mit einem auf Dauer unerträglichen Lärm einher gehe. Aber die herabgehängte neue Decke schluckt den Schall des Mahlzeit-Small-Talks gut.

Die Erleichterung über die schönen neuen Räume bei den Machern und Nutzern ist gleichermaßen groß. Und sie können sich doppelt freuen, denn Angela Thiel weiß: „Den Kindern schmeckt’s auch.“

Der Caterer ist derselbe wie vorher. Marco Borger aus Mönchengladbach tischt auf — täglich drei Menüs plus Salat.

„Das ist ja riesig hier“, ruft Andrea Matzat überrascht aus, als sie mit ihrer MEG-Kollegin Waltraud Mehn-Herwarth am Freitag die neue Mensa zum ersten Mal betritt. Diese neue Größe wurde durch die Umsetzung „aus drei mach eins“ möglich: Denn die alte Cafeteria ist um das ehemalige Foto-Labor und die einstige Lehrküche erweitert worden. „Ihrer“ Lehrküche trauert Annette Stephan hinterher. Für einen Ersatz will sie sich weiter einsetzen. „Das ist“, sagt sie mit Blick auf die Mensa, „tatsächlich ein Wermutstropfen.“ Ansonsten, siehe oben, gibt es nix zu meckern.