Schiefbahn: Mehr Platz für Therapie

Schiefbahn: Mehr Platz für Therapie

Erweiterung: Das Suchtzentrum in Niederheide wird ausgebaut und schafft zusätzliche Angebote.

Schiefbahn. 20 Suchtkranke, sechs Männer und vier Frauen, leben derzeit im Niederheider Therapiezentrum. Sie haben dort eine Entgiftung erfolgreich hinter sich gebracht. Bis zum April nächsten Jahres sollen durch einen Neubau acht stationäre Plätze dazu kommen.

Darüber hinaus sollen in den benachbarten Räumlichkeiten eines Betriebes mit landwirtschaftlichen Großgeräten zusätzliche Tagesangebote geschaffen werden. Die Allgemeine Hospitalgesellschaft (AHG) stellte jetzt die Neuerungen vor. Heinz Tichelbäcker und Andrea Balsam erläuterten den Nachbarn und Anwohnern die Pläne.

Bei der Präsentation anwesend: Hans Friesen. Aus gutem Grund, denn der 48-Jährige war seinerzeit schon Eigentümer der einstigen Dorfschule und verkaufte die Immobilie an die AHG. Ihm gehört auch das direkt benachbarte Grundstück, auf dem er selbst bis 2007 einen Landtechnik-Betrieb und eine Reparaturwerkstatt unter anderem für Traktoren betrieb. Jetzt zieht er dort für die AHG einen Neubau hoch.

Wenn der jetzige Betrieb ausgezogen ist, beginnen die Umbauten zu einem erweiterten Tagesangebot der AHG. Es sollen Beschäftigungsmöglichkeiten für die Suchtkranken entstehen. So unter anderem ein kleines Kunstatelier, Fitnessraum, Cafeteria oder eine Holz- und Fahrrad-Werkstatt, in der die eigenen Zweiräder repariert werden sollen. Im Dezember soll alles fertig sein.

"Ich wünsche Ihnen und vor allem den Bewohnern viel Erfolg." Die Worte von Nachbarin Sylvia Schmidtke waren ehrlich gemeint. Auch nachdem der Leiter des Therapiezentrums, Heinz Tichelbäcker, eine zweite Neuerung vorgestellt hatte. Auf dem ehemaligen Schulhof direkt hinter der einstigen Dorfschule wird bald ein zweigeschossiger Neubau mit acht weiteren stationären Plätzen und Wohnungen für die Suchtkranken entstehen.

Hans Friesen will den Neubau bis zum April des kommenden Jahres hochgezogen haben, vermietet dann die Wohnungen an die AHG. In beiden Fällen, beim Um- und Neubau, soll ein Mietvertrag für 20Jahre abgeschlossen werden. Die Vertragsverhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, sagte Heinz Tichelbäcker.

"Die Bewohner haben teilweise erst einmal eine große Angst, auf sich alleine gestellt den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen", sagt die stellvertretende Leiterin der Einrichtung, Andrea Balsam. Zusätzliche Tagesangebote könnten eine Hilfe dabei sein. So pflegen bereits Suchtkranke Grünflächen der katholischen Schiefbahner Pfarrgemeinde. Wer ähnliche Angebote in Anspruch nehmen möchte, kann sich mit Andrea Balsam in Verbindung setzen, Ruf 02154/413310.

"Es wäre doch eine gute Idee, wenn in der neuen geplante Cafeteria auch einmal die Niederheider oder andere einen Kaffee trinken könnten", dies schlug Werner van Hees (74) vor, der auf dem benachbarten Straßenzug "Niederheide" wohnt. Eine andere Überlegung bei der neuen Fahrrad-Werkstatt ist, dort eine Station einzurichten, in der sich die Radler die so genannten "Niederrhein-Räder" ausleihen könnten.

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