Schiefbahn: Kaiserwetter für die Schützen

Schiefbahn: Kaiserwetter für die Schützen

In Niederheide wird seit Freitag zünftig gefeiert. Am Montag wird der neue König gesucht.

Schiefbahn. Ein traumhafter Spätsommer - will sagen: Kaiserwetter - und über 4000 Besucher, die sich am Freitagabend die 12. Niederheider Sommernachtsparty nicht hatten entgehen lassen wollen - das war ein Auftakt nach Maß beim Niederheider Schützenfest. Am Montagvormittag geht es wohl nicht ganz so entspannt zu: Präsident Alfred Kopp hofft, dass sich ein neuer König finden wird. Des einen Freud’, des andern Leid: Der amtierende König Erhard Wolf bedauert, dass sich seine Regentschaft dem Ende entgegen neigt.

Mit der Geste eines Bittstellers hatte Erhard Wolf den Himmel beschworen, keinen Regen auf die Niederheider Schützen und die Besucher des Schützenfestes fallen zu lassen - offenbar mit Erfolg. Und zum Glück war es nicht so heiß, dass die Uniform und das vier Kilogramm schwere Königssilber allzu sehr zur Last wurden.

"Die Tuba wiegt 10 Kilo", erzählte der musikbegeisterte König und deutete damit an, dass die Königskette eine vergleichsweise leichte Bürde sei. Die Paraden wurden zum ersten Mal nicht auf der Pirolstraße abgenommen, sondern auf dem Weg vom Niederheider Hof zum Schützenzelt. Heinz Herpers hatte am Sonntagmorgen eine Festmesse gehalten, die geprägt war von plattdeutschen Einsprengseln. Abends wurde das Königshaus dann von einem Spontanauftritt der Fahnenschwenkerinnen überrascht, die zum ersten Mal dabei sind; die Mädchen hatten im Neersener Wahlefeldsaal das synchrone Schwenken fleißig üben dürfen.

Das Regiment wurde am Sonntagnachmittag durch etliche Gastzüge verstärkt - die Niederheider bringen rund 300 eigene Schützen auf die Straße. Major Heinz Henßen war selbst beim dritten Pfeifen zum Antreten am Sonntag noch nicht an seinem Platz. "Das kostet", freuten sich die schadenfrohen Schützen. Höhepunkt: Die Parade am Sonntagnachmittag mit festlich geschmückten Kutschen und einem strahlenden Königshaus. Der König vertraut auf seine Familie: Minister Erik Wolf ist sein Sohn, der andere Minister, Uwe Bäumges, sein Schwiegersohn.

Heute beginnt das Königsschießen um 10 Uhr. Um 11 Uhr trifft man sich zu Frühkonzert und Frühschoppen im Festzelt. Um 18 Uhr stehen Königsgalaparade und Großer Zapfenstreich auf dem Programm. Anschließend spielt im Zelt die beliebte Band "Soundconvoy", ebenso wie am Dienstagabend.