Schiefbahn: Großes Fest zum 100-Jährigen von Saint-Gobain Pampus

Lokale Wirtschaft : Schiefbahn: Großes Fest zum 100-Jährigen

Saint-Gobain PPL Pampus feiert mit 700 Gästen. Die Firma ist großer PTFE-Verarbeiter.

Zuletzt 41,8 Milliarden Euro Umsatz, vertreten in 68 Ländern, mehr als 180 000 Mitarbeiter – das ist der Konzern Saint-Gobain mit Hauptsitz in Frankreich. Endverbrauchern in Deutschland dürfte der Name vor allem auf Autoscheiben geläufig sein. Zu diesem Industrie-Kosmos gehört das Schiefbahner Unternehmen Saint-Gobain Performance Plastics Pampus. Am Samstag feierte die GmbH auf dem Betriebsgelände, Am Nordkanal, das 100-jährige Bestehen. Rund 700 Gäste wurden erwartet. Geschäftsführer Ralf Rütten freute sich über die jüngsten Teilnehmer: „Für die über 150 Kinder haben wir spontan einen Eiswagen bestellt – natürlich sind auch die Erwachsenen eingeladen, sich zu erfrischen.“ Vorbereitet worden war ein Streetfood-Festival mit kulinarischen Angeboten aus aller Welt. Ein firmeneigenes Museum, das eigens für das Fest zusammengestellt worden war, ermöglichte den Blick auf die vergangenen Jahrzehnte.

Ursprung war die „Düsseldorfer Handelsgesellschaft mbH“

Den Grundstein hatte Max Alfred Pampus im Jahr 1919 mit der Gründung der „Düsseldorfer Handelsgesellschaft mbH“ gelegt. 1936 wurde sie in die „Pampus Deutsche Gummi und Asbest GmbH“ eingegliedert. Der Sohn des Firmengründers, Wilhelm Pampus, übernahm die Geschäfte. Er importierte Ende der 1940er Jahre den Werkstoff Polytetrafluorethylen (PTFE) aus den USA nach Deutschland. Dort wurde das Material vor allem für Dichtungen, Beschichtungen und Isolierungen eingesetzt. Zur Kapazitätserweiterung wurde 1966 die neu errichtete Fertigungsstätte auf einem 30 000 Quadratmeter großen Gelände in Schiefbahn bezogen. Anfang der 1980er Jahre übernahm die amerikanische Norton Company die Pampus-Gruppe. Seit 1990 gehört Pampus zu Saint-Gobain. Die neue Firmierung lautete nun Saint-Gobain Performance Plastics Pampus GmbH – kurz Saint-Gobain PPL Pampus GmbH.

Die Schiefbahner haben sich nach eigenen Angaben zu einem der großen Fluorkunststoff-Verarbeiter (Stichwort PTFE) entwickelt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von knapp 97 Millionen Euro. Es werden hauptsächlich wartungsfreie Kunststoff-Metall-Gleitlager für die Automobilindustrie hergestellt, die beispielsweise in Türscharnieren, Pedalerie, Sitzverstellungen und Getrieben Verwendung finden. Zum Produktportfolio gehören außerdem Folien, Dichtungen und Membranen für Automobil- und Industrieanwendungen.

Mit weltweit 14 Standorten und sechs Zentren für Forschung und Entwicklung baut der Unternehmensbereich innerhalb der Sparte High Performance Solutions seine Produktinnovationen stetig aus. Am hiesigen Standort wurde in den vergangenen Jahren einiges investiert: Die Fertigung wurde um eine Produktionshalle erweitert, der firmeneigene Parkplatz um 100 Stellplätze ausgebaut. Kürzlich ließ das Unternehmen Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Nutzung von Mitarbeitern und Besuchern installieren.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde für die mehr als 400 Mitarbeiter großgeschrieben, wirbt das Unternehmen. Die Möglichkeit von flexiblen Arbeitszeiten, das Arbeiten im Home-Office oder die Betreuungsplätze für Mitarbeiterkinder im Kindergarten „Glückskinder“ in Willich sowie die Ausbildung von Nachwuchs-Fachkräften (kaufmännisch und gewerblich-technisch) seien nur einige Faktoren, warum das Unternehmen zum wiederholten Male als „Top Arbeitgeber“ ausgezeichnet worden sei.

Geschäftsführer Ralf Rütten richtete anlässlich der Feierlichkeiten folgende Botschaft an die Belegschaft: „Ob in der Familie oder im Beruf: Wir tragen Verantwortung für das, was wir tun. Lasst uns weiterhin verantwortungsvoll miteinander umgehen und arbeiten, damit Pampus auch in Zukunft ein innovatives und familienfreundliches Unternehmen bleibt.“

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