Schiefbahn: Es darf wieder gebolzt werden

Schiefbahn: Es darf wieder gebolzt werden

Der Kunstrasenplatz in Schiefbahn ist endlich fertig. Zur Einweihung gab es Sekt, Geschenke und einige Schüsse aufs Tor.

Schiefbahn. Der Torwart hatte keine Chance. Bürgermeister Josef Heyes traf vom Elfmeterpunkt, während der Ball der Beigeordneten Brigitte Schwerdtfeger etwas übers Tor flog, ihre Erklärung: "Ich habe die falschen Schuhe an."

Jedenfalls waren die beiden die ersten Amateure, die so den neuen Kunstrasenplatz an der Siedlerallee in Schiefbahn für bespielbar erklärten.

"Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte der Vorsitzende des Fußballclubs SC 08 Schiefbahn, Norbert Kothen, bei der offiziellen Eröffnung.

Zahlreiche Vertreter aus Verwaltung und Politik waren zur Einweihung erschienen. Natürlich auch viele jüngere und älteren Fußballer des Vereins. Den frisch verlegten Belag, auf den noch kurz zuvor die Sportstättenbauer von Polytan 38 Tonnen Granulat eingearbeitet hatten, testeten auch kurz die ehemaligen SC-Fußballer Heinz Stumpen (81), Hubert Plischka (77) und Hans Cranen (72).

Die Ehrenmitglieder Stumpen und Plischka waren begeistert, blickten dabei auf die keineswegs immer "gute, alte Zeit" zurück: "Früher haben wir nur auf Asche oder auf Bauernwiesen oder Kuhweiden gespielt." Die Zeiten sind glücklicherweise vorbei.

Der städtische Bauleiter Frank Magon dankte allen, die für den Kunstrasenplatz mit seiner 68 mal 105 Meter großen Spielfläche gesorgt hatten. Dafür wurden aus dem Konjunkturpaket II Mittel von 615 000 Euro aufgewandt. Zählt man die Trainingsbeleuchtung hinzu waren es Gesamtkosten von 644 000 Euro.

Es ist nahezu alles fertig. Nur im Eingangsbereich der neuen Anlage, die den leidigen Aschenplatz ablöst, fehlt noch das neue Pflaster und die beiden Haupttore. "Bis nächsten Dienstag ist alles fertig", sagte ein frohgelaunter Frank Magon. Dann trägt nämlich dort die erste SC-Mannschaft ein Freundschaftsspiel gegen den KFC Uerdingen aus, Anstoß: 18.30 Uhr.

Willichs Bürgermeister Josef Heyes war sich sicher, dass damit die "jetzt schon beispielgebende Jugendarbeit des SC 08" einen neuen Schub bekommt. Heyes: "Dies ist hier ein weiterer Schritt zu einer immer größer werdenden Attraktivität in unserer Stadt." Heyes dankte insbesondere dem ebenfalls erschienenen "Bundesfinanzgeber" und Mitglied des Bundestages (MdB) Uwe Schummer.

Dieser hatte sich in vorderster Front dafür eingesetzt, dass der Bundestag die Mittel aus dem Konjunkturpaket II nicht ausschließlich für energetische Maßnahmen sondern auch für die Verbesserung der Infrastruktur und der Sportstätten verwenden konnte.

MdB Schummer nahm auch vom Schiefbahner Verein eine kleine Anerkennung für sein Engagement mit in sein Berliner Büro: ein Mini-Fußballfeld, ausgelegt mit dem neuen Kunstrasen, mit elf Fotos von jungen SC-Spielern und dem Zusatz "Die Kids vom SC sagen Danke". Vera Kania hatte das kleine Kunstwerk mit ihrer Familie hergestellt. Hinterher gab es auch für die Sponsoren noch eine kräftige Suppe im Vereinsheim.

Mehr von Westdeutsche Zeitung