Schiefbahn Bundesjugendballett macht Workshop mit den „Integrativen Gruppen“

Schiefbahn · Die Profi-Tänzer aus Hamburg waren wieder zu einem Tanz-Workshop mit Kindern und Jugendlichen aus den „Integrativen Gruppen“ des TV Schiefbahn gekommen.

Am Ende der gemeinsamen Aufführung integrierten die Kinder auch Zuschauer spontan in den Tanz mit dem Bundesjugendballett.

Am Ende der gemeinsamen Aufführung integrierten die Kinder auch Zuschauer spontan in den Tanz mit dem Bundesjugendballett.

Foto: TV Schiefbahn / Nadia Joppen

(ko) Am Ende stand wieder eine herausragende Aufführung – nicht laut und knallig, sondern behutsam und mit vielen berührenden Aspekten: Die Profi-Tänzer des Bundesjugendballetts aus Hamburg waren wieder zu einem Tanz-Workshop mit Kindern und Jugendlichen aus den „Integrativen Gruppen“ des TV Schiefbahn gekommen. Zusammen zeigten sie in der Peter-Bäumges-Halle, was Profis und Laien erarbeitet hatten: eine rund 40-minütige Tanz-Darbietung, in der sich gemeinsame Elemente mit den Kindern und Jugendlichen und Kurz-Darbietungen der Tanz-Profis auf hohem tänzerischem Niveau abwechselten.

Eine der zahlreichen Besonderheiten: Die Kinder und Jugendlichen beschäftigten sich mit Musikstilen, die nicht zu ihrem Alltag gehören – von Mozart-Kompositionen über Improvisations-Stücke bis zu dem legendären „Hallelujah“ von Leonard Cohen. Ebenso lernten sie den Klang der Instrumente wie Saxophon, Oboe, Piano und Geige kennen. All das akzeptierten sie ganz selbstverständlich und fanden im Tanz ihren eigenen Zugang dazu – eine Reaktion, die Kevin Haigen, der künstlerische und pädagogische Direktor, aber für völlig normal hielt: „Mozart ist eine Bereicherung für die Kinder.“

Junger Mann mit Down-Syndrom war die optimale Besetzung

Im Workshop unter der Leitung von Ballettmeister Raymond Hilbert ergab sich noch eine andere Entwicklung: Julius Winkelsträter, ein junger Mann mit Down-Syndrom, der schon einmal 2016 mit dem Bundesjugendballett bei Aufführungen getanzt hatte, entpuppte sich als optimale Besetzung für die Figur des Mozart im Tanz. Aber nicht nur er – alle Kinder der „Integrativen Gruppen“ überzeugten bei der Vorführung die Zuschauer durch das in wenigen Stunden Erlernte: Einfaches Hilfsmittel für alle waren bunte Luftballons, die spielerisch in die Darbietung eingebettet wurden.

Petra Adomeitis, eine der Betreuerinnen der „Integrativen Gruppen“, war begeistert von dem Erfolg von nur zwei Tagen: „Es sind in diesem Jahr ganz viele Kinder zum ersten Mal dabei, die das Projekt bisher noch nicht erlebt haben. Sie blühen so auf, und sie wachsen über sich hinaus“, lobte sie. Diese Erfahrung sei für alle Betreuer und Helfer eine Belohnung für alle Mühen am Wochenende.

Für die neun jungen Tänzer des Bundesjugendballetts war der Workshop genauso ein Gewinn wie für die Kids. „Tanz ist universal und für jede Normalität geeignet – und: Was ist überhaupt normal? Die Sprache der Kunst und die Bewegung ist verbindend, sie bricht das Eis“, sagte Johan Stegli, der organisatorische Leiter.

Nach der Aufführung gab es einen minutenlangen Applaus des Publikums – und bei allen Beteiligten den Wunsch: „Das machen wir nächstes Jahr wieder!“

(ko)
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