Schiefbahn: Ballett mit Blüten, Licht und Ballons

Schiefbahn: Ballett mit Blüten, Licht und Ballons

Kulturhalle: Die koreanische Dance Company Lee Kyung-ok verzauberte mit experimenteller Choreographie und glänzender Lichtschau.

Schiefbahn. Eine Reise in eine fremde Kultur machten am Mittwochabend die Besucher der Schiefbahner Kulturhalle. Auf Initiative des koreanischen Unternehmensberaters Roseong Park und mit Unterstützung des Willicher Bürgermeisters Josef Heyes trat die koreanische "Lee Kyung-ok Dance Company" in Willich auf.

Auf dem Programm stand "Janghwa and Hongryeon - Playground of Purgation". Der Titel klingt so außergewöhnlich wie es die Veranstaltung samt Choreografie, Musik und Bühnenbild war. Die nach der Seouler Choreographin Lee Kyung-ok benannte Formation steht für experimentelles Ballett.

Basierend auf tradierten koreanischen Kulturformen werden unter anderem Volksmärchen Koreas tänzerisch modern umgesetzt - sicherlich für manchen Zuschauer eine völlig neue Erfahrung, aber jederzeit ästhetisch faszinierend, bisweilen anrührend, stets fesselnd.

Gewaltige durchsichtige und milchige Ballone lagen auf der Bühne und davor oder hingen von der Decke herab. Aus dem Dunkeln näherten sich Klänge, zunächst fremd für europäische Ohren, Klänge, die sich zu einem Wehklagen steigerten. Die Company verbindet ihre traditionellen wie modernen koreanischen Tanzelemente mit der Musik einer jungen koreanischen Perkussionsgruppe.

Zwei Tänzerinnen, in fließenden Gewändern gehüllt, tanzten von Ballon zu Ballon, während über dem gesamten Szenario Lichtelemente huschten. Die farblichen Kompositionen tauchten über Beamer die komplette Kulturhalle in vollkommen unterschiedliche Stimmungen.

Der Media Artist Choi Jongbum hatte diese Lichtschau entwickelt.

Flogen zunächst einzelne Elemente über die Ballone, die Tänzerinnen und die Wände, so nahmen diese während des Tanzes die Gestalt von Schmetterlingen und Blüten an, bis sich alles schließlich in ein großes Blütenmeer verwandelte.

Dann wurde es auch der Bühne wieder dunkel - bis plötzlich Lichtpunkte auftauchten, die sich bewegten - zwei weitere Tänzerinnen, an deren Armen und Füßen die Leuchtkörper befestigt waren. Es erklangen wilde, immer schneller werdende Trommelklänge, dazu war ein ebenfalls immer eiliger werdender Tanz zu sehen, der die Tänzerinnen von der Bühne hinunterzog.

Dieser Einblick in koreanische Kultur erstaunte, verzauberte und begeisterte die Besucher.

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