Rundgang über den Weihnachtsmarkt in Anrath

Im Anrather Ortskern : Der Weihnachtsmarkt macht froh

Händler freuen sich über Absatz, die Aprés-Ski-Party war ein Erfolg – Anraths Weihnachtsmarkt kann sich sehen lassen.

In Anrath wusste man das schöne, ruhige Winterwetter, wo um die Mittagszeit sogar kurz die Sonne zu sehen war, zu schätzen: Nach stürmischen, regnerischen Zeiten in den vergangenen zwei Jahren kamen diesmal die Besucher wieder in Scharen auf den Weihnachtsmarkt. Und ihnen wurde einiges geboten. Rot waren nicht nur die Nasen und die Nikolausmützen, rot waren auch viele Preise, vor allem in den Bekleidungsgeschäften, wo 20 Prozent Rabatt keine Ausnahme waren.

Christoph Grass, Vorsitzender des Anrather Werberings, war zufrieden: „Bereits am Vormittag, als Bürgermeister Josef Heyes den Weihnachtsmarkt eröffnete, waren viele Menschen hier.“ Ein Erfolg sei auch die Après-Ski-Party am Samstagabend im beheizten Zelt vor der Alleeschule gewesen. Am Sonntag wieder mit dabei: Der Verein Anrath 1000. „Es gibt immer Menschen, die unverschuldet in finanzielle Not geraten sind und denen wir helfen“, sagte der Vorsitzende Markus Gather. Gut 40 000 Euro sind bis jetzt vergeben worden. Am Sonntag wurden unter anderem Nussecken, Prosecco und Glühwein für den guten Zweck verkauft.

Frauen der Schützen bastelten Adventsdeko aus Flaschen

Frauen von Schützen der St.-Sebastianus-Bruderschaft waren der Aufforderung ihrer Männer gefolgt und hatten sich kreativ betätigt. Martina Meiendresch und ihre Frauen waren sichtlich stolz auf die Ergebnisse, die sie in ihrer „X-Mas-Werkstatt“ entstanden waren. Unter anderem aus Ästen, Glasflaschen und leeren Konservendosen hatten sie dekorativen Weihnachtsschmuck gebastelt. „One Apple a Day keeps the Doctor away“, war auf einem Schild am Stand des Turnvereins Anrath zu lesen. Man sollte allerdings nicht nur auf diesen Apfel setzen. Zum Glück hat der Verein den Bereich „Rehasport“ deutlich ausgeweitet und dafür wurde jetzt geworben.

Speisen und Getränke laufen ja bekanntlich auf jedem Weihnachtsmarkt, und das sollte auch diesmal nicht anders sein. Die Currywurst gab es in drei Schärfen, und den neuen Willicher Gin konnte man am Sonntag in heißem Birnensaft ordern – als „Heiße Glühbirne“. Apfelpunsch nach geheimem Hausrezept gab es am Stand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung. Vorstandsmitglied Hans-Joachim Geilenkirchen war mit dem Umsatz zufrieden – er sei deutlich besser als in den vergangenen zwei Jahren. Das war allgemeiner Tenor. Aber das Wetter, merkten einige Besucher an, wäre noch steigerungsfähig: Sie hätten gerne gesehen, dass es passend zum ersten Dezember geschneit hätte.

Auf dem Markt konnten sich Kinder auch schminken lassen

Frank Thelen stand vor seiner Buchhandlung, hatte Bücher mit Titeln wie „Gruselschichten für den Advent“ ausgebreitet und wippte mit den Füßen im Takt der Musik, die aus den Lautsprechern entlang der Jakob-Krebs-Straße erklang: So vermied er möglicherweise kalte Füße. Der Anrather Bürgerverein war glücklich, weil sich das vor wenigen Tagen erst vorgestellte neue Heimatbuch gut verkaufte.

Marielle Lansink war aus Eitorf angereist, um Kindergesichter zu schminken: „Schminken ist wie Streicheln, hält nur länger“, war an ihrem Zelt zu lesen. Ob es Menschen gibt, die so etwas brauchen? Es gab auf jeden Fall Körnerkissen mit Rapsfüllung und andere zweifelhafte Produkte, aber auch Naheliegendes wie Adventskränze und Weihnachtsbäume.

Der Anrather Weihnachtsmarkt endet bekanntlich immer mit einem Ausrufezeichnen: Das Ende markierten bei der 27. Auflage diesmal zufrieden dreinschauende Alpakas.