Roeddersfeld: Erste Klimaschutzsiedlung in Willich eingeweiht

Erste Klimaschutzsiedlung in Willich : Hier wohnt Willich klimafreundlich

Im Norden der Stadt ist die Siedlung Roeddersfeld mit 57 Wohneinheiten offiziell eingeweiht worden.

Die Stadt Willich hat den grünen Punkt. Die EnergieAgentur NRW hat auf ihrer Homepage eine interaktive Landkarte mit den 100 Standorten von Klimaschutzsiedlungen in NRW. Willich wurde von Orange („im Bau“) auf Grün gesetzt: „fertig gestellt“.

Mit der offiziellen Einweihung der Klimaschutzsiedlung in Willichs Norden, im Gebiet Roeddersfeld, hat die Stadt eine Punktlandung geschafft. Sie hat Fakten geschaffen mitten hinein in die aufgefrische politische, gesellschaftliche und generationsübergreifende Diskussion um Klimaschutz. Im November 2011 war die Vergabe des Status Klimaschutzsiedlung erfolgt. Baubeginn war 2015. Gewohnt wird seit Frühjahr 2019.

Wohnen in einer von 100 Mustersiedlungen im Land Nordrhein-Westfalen – das bezieht sich in dem Gebiet hinter der Robert-Schuman-Europaschule auf 57 Wohneinheiten mit insgesamt 8300 Quadratmetern Wohnfläche und guter Anbindung an die städtische Infrastruktur. Der klimafreundliche Fußabdruck, den die Bewohner dort hinterlassen, ist nicht billig eingekauft. Aber er befriedigt die steigende Nachfrage.

„Das ist ein Vorzeige-Projekt, architektonisch und gestalterisch schön, eine gelungene Kombination aus Städtebau- und Klimaschutz“, freut sich der Technische Beigeordnete der Stadt Willich, Gregor Nachtwey. Diese Siedlung sei kein „Papiertiger, sondern gelebter Klimaschutz“.

Roeddersfeld umfasst zwölf frei stehende Einfamilienhäuser, elf als sogenannte „Kettenhäuser“ gekoppelte Einfamilienhäuser, von denen fünf über eine Einliegerwohnung verfügen. Außerdem sind 20 Doppelhaushälften und 14 Reihenhäuser entstanden. Die Wohnflächen liegen je nach Gebäudetypus zwischen 130 und
160 Quadratmeter.

Alle Gebäude wurden als Passiv- oder Dreiliter-Häuser mit einem Heizwärmebedarf zwischen neun und 28 kWh/m² mit Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgeführt. Die Reihen- und Kettenhäuser sind über ein Nahwärmenetz an das bestehende Blockheizkraftwerk angeschlossen. Die Doppel- und Einzelhäuser haben Erdwärmepumpen.

Garten- und Pflanzflächen durchziehen die bebauten Bereiche wie ein Kamm und schließen an die angrenzenden öffentlichen Grünflächen an.

„Jetzt oder nie“, sagt Christian Pakusch, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Grundstücksgesellschaft, die durch den Kauf der erforderlichen Grundstücke damals das Projekt angestoßen hat. Pakusch spricht gleich die Erweiterung dieser Wohnform für Willich an: „2020 wollen wir die Grundstücke für eine zweite Klimaschutzsiedlung in Alt-Willich haben.“ Laut Nachtwey soll es eine Ausweitung der Klimaschutzsiedlung in vergleichbarer Größe zur ersten werden. Klimafreundliches Wohnen „every day“, das soll in Willich weiter Schule machen und – wenn möglich – auch vor dem Garagentor nicht enden: der Rückenwind für autofreies Wohnen ist da.

Willich will mustergültig weitermachen. Mit der Strategie als global nachhaltig arbeitende Modellkommune in der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW (siehe Kasten).

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