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Rettungswache: FDP übt Kritik an CDU — und an Tönisvorst

Rettungswache: FDP übt Kritik an CDU — und an Tönisvorst

Die Liberalen fordern zu geschlossenem Handeln auf, um Wache in Anrath zu erhalten.

Willich/Tönisvorst. „Mit Erstaunen“ hat die Willicher FDP nach eigenem Bekunden zur Kenntnis genommen, dass sich die CDU-Fraktion mit einem eigenen Fragenkatalog bezüglich des Gutachtens zur Verlegung der Anrather Rettungswache nach Vorst an die Kreisverwaltung gewandt hat. Ende vergangener Woche hatten die Christdemokraten die Kreisverwaltung aufgefordert, das von ihr beauftragte Gutachten über die Situation der Rettungsdienste im Kreis Viersen zu veröffentlichen (die WZ berichtete).

Ellen Roidl-Hock, FDP-Ratsfrau

Dazu sagt Ralf Klein, der im zuständigen Ausschuss für Abgaben, Gebühren und Satzung als Obmann für die FDP-Fraktion aktiv ist, in einer Pressemitteilung der Libealen: „Wir hatten uns darauf verständigt, dass wir uns gemeinsam gegenüber dem Kreis positionieren wollen. Zuvor wollten wir uns ebenso gemeinsam sachkundig machen. Eine Einladung an den Gutachter des Kreises Viersen wird ausgesprochen, damit dieser das Gutachten im Rat der Stadt erklären und Fragen beantworten kann. Daher ist es mir völlig unverständlich, warum der Fraktionsvorsitzende der CDU aus der Spur geht.“

Klein kritisiert weiter, dass die CDU sogar an der eigenen Kreistagsfraktion vorbei agiere, obwohl Johannes Bäumges selbst Mitglied dieser Fraktion ist. Und er sagt auch: „Wir müssen in Bezug auf die von uns 2017 eröffnete Rettungswache in Anrath, die ja mit Zustimmung des Kreises errichtet wurde, gemeinsam handeln und vor allem geschlossen auftreten. Das sind wir den Mitarbeitern der Rettungswache, die einen hervorragenden Job machen, absolut schuldig.“

Die Willicher Stadtverwaltung habe schon erste konkrete Punkte im Gutachten ausgemacht, die nicht stichhaltig seien. So hatte der zuständige Geschäftsbereichsleiter Martin Zinnel die Bahnlinie zwischen Krefeld und Viersen als eine Barriere festgestellt, die es einem Rettungswagen bei geschlossener Schranke unmöglich macht, in der geforderten Zeit von Vorst nach Anrath durchzukommen.

Die Freien Demokraten seien der Überzeugung, dass erst nach dem Besuch des Gutachters vor den Gremien in Willich die Politik am Zug sei. Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Ellen Roidl-Hock aus Anrath „schießt“ in diesem Zusammenhang in Richtung der Nachbarstadt Tönisvorst. Denn sie stellt fest: „Wir haben mit viel Weitsicht und mit viel Steuergeld eine sehr gute Struktur des Rettungswesens in Willich aufgebaut. Die Stadt Tönisvorst hat dies offensichtlich nicht getan. Aber wir können jetzt nicht Opfer einer verfehlten Politik anderer Kreiskommunen werden. Daher wäre es jetzt sehr hilfreich, wenn auch die CDU mit den anderen Fraktionen in Willich an einem Strang zieht, damit es in die richtige Richtung geht.“ Dies könne nur der Erhalt der Anrather Rettungswache sein. Red, WD