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Quartiersspaziergang durch Schiefbahn: Barrierefreiheit unter der Lupe

Rundgang durch Schiefbahn : Barrierefreiheit unter der Lupe

Die Schiefbahner Quartiersmanagerin hatte zu einem Rundgang durch den Ort eingeladen. Neben Verbesserungspotenzial gibt es auch positive Beispiele.

(msc) Welche Stolpersteine und Hindernisse gibt es für Menschen mit Behinderung und Senioren in Schiefbahn? Das wollte Quartiersmanagerin Jeannette Gniot vom Netzwerk Schiefbahn genauer herausfinden und lud den städtischen Verkehrsplaner Tim Orth, Gert Smits, bei der Stadt zuständig für Straßen, sowie den Behindertenbeauftragten Hans Lehmann, allesamt Fachleute für Barrierefreiheit, zu einem Rundgang ein. Mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Hubertussstifts und interessierten Schiefbahner Anwohnern wurde die Strecke Königsheide bis zur Stadtbibliothek an der Hochstraße abgelaufen und -gefahren.

Es waren Menschen mit Rollstühlen, E-Mobilen und Rollatoren unterwegs. So konnte ganz genau ermittelt werden, welche Stolpersteine und Hindernisse es gibt. Die Experten der Stadt führten Gespräche mit den Teilnehmern und konnten direkt Auskunft geben, was wie änderbar ist. Ein gewünschter Zebrastreifen ist es in einer Tempo-30-Zone nicht, erklärte Tim Orth beispielsweise. Hier sei auch die Stadt an Regeln gebunden. Zur Freude der Seniorinnen und Senioren kam auch Willichs Bürgermeister Christian Pakusch hinzu und diskutierte schon am Wegesrand mit den interessierten Bürgern.

Es wurden auch viele Orte als positiv bewertet, so etwa die vor einem Jahr geglättete Oberfläche der Königsheide, die von Baumwurzeln angehoben war, oder schöne Sitzgelegenheiten rund um die Kirche. „Es könnten aber etwas mehr werden“, sagte Fritz Flügemann, „ein so schöner Platz würde dann noch belebter.“

Im Anschluss wurde in der Bibliothek im Brauhaus BiB bei einem Getränk nochmals resümiert, was den Experten aufgefallen ist und was nun in die Wege geleitet wird. Den Hinweis, dass dringend eine barrierefreie Toilette am Friedhof benötigt werde, kommentierte Bürgermeister Pakusch so: „Die Stadt ist gerade dabei, dies in den Fokus zu stellen, es wird noch etwas dauern.“

Positiv fiel den Teilnehmenden, die auf Hilfsmittel angewiesenen sind, auf, dass die Stadtbibliothek barrierefrei ist. Mit einem kleinen Lift für zwei Stufen im Eingang sowie hintenherum mit einer Rampe kommt man problemlos herein. Vielen war auch nicht bewusst, dass sowohl hier als auch in der Begegnungsstätte an der Hochstraße 67 eine Behindertentoilette öffentlich benutzbar ist.

Zukünftig will Jeannette Gniot mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt und der Werbegemeinschaft die Geschäftseingänge besichtigen und Klingeln sowie Rampen initiieren. Auch gibt es schon Wünsche, den nächsten Quartiersspaziergang per Fahrrad zu absolvieren und Stolperfallen im Schiefbahner Zentrum zu eruieren.

Wer Wünsche für Schiefbahn hat, kann dienstags von 10 bis 12 Uhr zur Bürgersprechstunde in der BiB an der Hochstraße 33 kommen. Jeannette Gniot ist zudem unter Tel. 02254 4809906 montags von 17 bis 18.30 Uhr am Schiefbahner Aktionstelefon erreichbar oder per E-Mail an:

j.gniot@caritas-viersen.de

(msc)