Probleme mit Gehhilfe im Bus

Margret Münch aus Vorst erhebt Vorwürfe. Die SWK kontern und nennen Verbesserungen.

Vorst. Margret Münch ist genervt. 2013 hatte die 77-Jährige in der WZ über ihre schlechten Erfahrungen mit den Bus- und Bahnlinien der Stadtwerke Krefeld (SWK) berichtet. Zu wenig habe sich seitdem verändert, klagt die Vorsterin nun. Münch ist auf den ÖPNV angewiesen, um von Vorst zum Arzt oder nach Krefeld zum Einkaufen zu kommen. Der Rollator ist ihr fester Begleiter. Bei Touren mit Bus und Bahn wird die Gehilfe zum Problem. Die WZ hat die SWK erneut mit den Beschwerden konfrontiert.

Münch nutzt die Buslinien 062 und 064, um von Vorst zur Bahnhaltestelle in St. Tönis zu kommen. Das Auftreten und die Fahrweise der meisten Busfahrer sei unangemessen. Oft würden die Fahrer nicht nah genug an den Bordsteinen der Haltestellen stehen bleiben. Die Kluft zwischen Tür und Gehweg sei mit dem Rollator kaum zu überwinden. Hilfen beim Ein- und Ausstieg bieten die wenigsten Fahrer an, so Münch. Angesprochen auf ihr Verhalten seien die Reaktionen unfreundlich: „Einer sagte, ich könne froh sein, dass überhaupt noch ein Bus fährt.“

„Wir können uns nur entschuldigen, wenn die Dame schlechte Erfahrungen gemacht hat“, sagt Dirk Höstermann, stellvertretender Sprecher der SWK. Die Linien 062 und 064 werden von Subunternehmen betrieben. Eine spezielle Vorbereitung auf den Umgang mit Senioren erhalten die Fahrer nicht. „Einmal im Jahr gibt es eine Schulung zum Umgang mit Behinderten“, so Höstermann. Aktuell könne aus Münchs Kritik keine Konsequenz gezogen werden. Sie solle sich mit konkreten Ereignissen an die SWK wenden, so dass Maßnahmen ergriffen werden könnten.

Schon vor zwei Jahren kritisierte Münch, dass der Einstieg in die alten Bahnen aus den 80er Jahren mit dem Rollator fast unmöglich sei. Bei diesen Modellen muss sie mit der Gehhilfe zwei Stufen überwinden. Das Problem sei bekannt, sagten die SWK 2013 und kündigten an, die alten Wagen durch Bahnen mit ebenerdigem Einstieg zu ersetzen. Seit Anfang des Jahres ist die moderne Flotte mit 31 Niederflurbahnen komplett. Dennoch seien auf der Linie 041 noch die alten Wagen im Einsatz, klagt Münch. SWK-Sprecher Höstermann liefert die Erklärung: „Eigentlich ist gewährleistet, dass auf der 41 durchgängig Niederflurbahnen im Einsatz sind.“ Zu Stoßzeiten oder bei Defekten kämen die alten Bahnen auf die Schienen.

In die neuen Bahnen kann Münch gut einsteigen. Im Innenraum fehle es aber an Platz. Das Problem wollten die SWK mit einer 2013 angekündigten Umrüstung beheben. Parallel zu den Schienen ausgerichtete Sitze wurden abgeschafft, so dass niemand mehr mit den Beinen im Gang sitzt. Dennoch sei das Durchkommen schwer, so Münch. Und: „Es gibt zu wenige Behindertensitze.“ Genug Abstellmöglichkeiten für den Rollator seien ebenfalls nicht vorhanden. Höstermann kontert: „Die Bahnen wurden mit dem paritätischen Wohlfahrtsverband und Behindertenverbänden entworfen.“ Ausreichend Behindertenplätze und Abstellmöglichkeit seien vorhanden.