Probleme im Krankenhaus?

Der Umbau des Hauses stockt. Es gibt zudem Vorwürfe Richtung Maria-Hilf in Krefeld.

Tönisvorst. Es herrscht Ruhe. Das Personal kann unbehelligt arbeiten, ein größerer Partner kann ohne jede Hektik gesucht werden.

Das jedenfalls betonen Uwe Leuchtenberg und Bürgermeister Thomas Goßen, wenn sie als Vorsitzende des Aufrichtsrates beziehungsweise der Gesellschafterversammlung des Krankenhauses angesprochen werden.

Aber ist das alles? Was ist mit den Problemen, die das Haus mit der Umstrukturierung hat? Gibt es tatsächlich Versuche vom Haus Maria-Hilf aus Krefeld, die Arbeit zu blockieren? Die WZ versucht eine Bestandsaufnahme.

Fakt ist: Die Unzufriedenheit mit dem Verwaltungs-Chef Klaus Becker war in den letzten Jahren immer größer geworden. Dabei waren es wohl nicht die nackten Zahlen, die z.B. die Politik auf die Palme trieben. Auch der Führungsstil war ins Schussfeld geraten. Das lässt sich festmachen an dem Streit um den Glockenturm am Antoniuszentrum. Baufällig oder nicht?

Bei dieser Frage hatte man Becker dabei ertappt, dass er — sagen wir’s vorsichtig — knapp ehrlich gewesen war. Das und das ständige Trommelfeuer von SPD-Seite soll zum Rückzug Beckers — viele werten seine Krankheit so — massiv beigetragen haben.

Da sind außerdem die nicht gelösten Strukturprobleme. Die Bezirksregierung hat ja bekanntlich schon einmal die Erweiterung der Geriatrie abgelehnt. Dabei sollte das Haus in ein so genanntes Portal-Krankenhaus umgewandelt werden (die WZ berichtete). Hier gibt’s offenbar keine Bewegung.

Und dann sind da die hässlichen Vorwürfe im Raum, nach denen der Krefelder Kooperationspartner von Maria-Hilf beispielsweise Operationen in St. Tönis behindert. „Wird in der Kurzzeit-Chirurgie wegen einer anstehenden Operation von Maria-Hilf ein Narkosearzt benötigt, so ist gerade keiner für Tönisvorst verfügbar. Der Patient wird dann nach Maria-Hilf verlegt und dort operiert“, erzählt ein Insider. Im vergangen Jahr sei das rund 100 Mal vorgekommen.

Außerdem sei es vorgekommen, dass ein langjähriger Chirurg ohne Absprache mit Krefeld operiert habe. „Dafür hat der Mann sich eine Abmahnung eingefangen“, erklärt der Mann. So werde eine preiswerte Übernahme durch den Krefelder Partner vorbereitet.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Leuchtenberg versucht, den Ball flach zu halten. „Ja, ich habe Schreiben von Patienten bekommen, die sich beklagt haben. Die Fälle, in denen Operationen nach Krefeld verlegt wurden, waren aber medizinisch begründbar“, sagt er.

Er kenne das sich hartnäckig haltende Gerücht, dass Patienten nach Krefeld abgezogen werden sollen. „Ich habe keinen belastbaren Fall gefunden.“ Die Zahl von 100 Vorkommnissen dieser Art hält er für aus der Luft gegriffen.

Zur Abwesenheit von Geschäftsführer Klaus Becker: „Da ist natürlich nachgehakt worden, was den Glockenturm anging. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das mit der Arbeit von Herrn Becker zu tun hat.“ Da sehe er keinerlei Zusammenhang.

Was die Strukturprobleme angeht: „Natürlich haben die Krankenkassen erklärt, massiv Betten abbauen zu wollen. Wir sind gut aufgestellt.“

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