Jecke Stimmung in Neersen: Prinzen empfangen hohen Besuch

Jecke Stimmung in Neersen : Prinzen empfangen hohen Besuch

22 Abordnungen aus der Region kamen zum großen Prinzenbiwak in den Wahlefeldsaal.

Gerade wurde im Wahlfeldsaal der Freddy Quinn-Song „Es war einmal ein treuer Husar, der liebt ein Mädel ein ganzes Jahr…“ gespielt. Es war rappelvoll. Die Mädels und Jungs ließen die Puppen tanzen. Gemeint waren unzählige Tanz- und Showgruppen, die einmal mehr ihre Liebe zu einem besonderen Brauchtum dokumentierten. Die agile Prinzengarde Willich hatte zu ihrem „soundsovielten“ Prinzenbiwak eingeladen.

„Es muss das 39. oder 40. Mal sein“; sagte der Gastgeber und Vorsitzende der vielköpfigen Prinzengarde, Frank Schreiber. Er hatte inmitten der Musketiere, Marketenderinnen oder Ehren- und Funkengarden richtig was zu tun, die über 22 Abordnungen zu begrüßen.

Zum ersten Mal ertönte
auch das „Wupp-di-Ka“

Einmal mehr wurde der Wahlefeldsaal zu so einer Art „Mekka“ für die Narrhalesen. Mit Schlachtrufen wurde gegenseitig deutlich gemacht, dass der Karneval in den nächsten Wochen genauso dazugehört wie die Blutwurst zum Flönz oder das Schmuddelwetter zum Niederrhein. An das „Helau“, „Maak Mööt“, „Halt Pohl“ oder „Lott jonn“ hat man sich ja im Laufe der Zeit gewöhnt. Diesmal kam als neuer Schlachtruf sogar das „Wupp-di-Ka“ dazu. Denn erstmals war das Wuppertaler Prinzenpaar, Stephan I. und Sabine I, mit den Weinberger Funken und der quirligen Ehrengarde dabei. Und die Jecken aus dem Bergischen Land waren ob der Stimmung im Saal begeistert; Prinz Stephan: „Das ist ja großartig hier, wir kommen jetzt öfters.“

Natürlich nutzten die Gesellschaften aus der Stadt Willich, „Torfmöps“, „Edelweiß“ oder die Funkengarde Rot-Weiß der Neersener „Schlossgeister“, die Gelegenheit, ihre Garden auf die Bühne zu schicken. Die beiden Trainerinnen der gastgebenden Prinzengarde, Nicole Jörgens und Kerstin Klang, gaben beim Auftritt der Mini- und Mittelgarde die Kommandos. Die große Tanzgarde war diesmal nicht rhythmisch unterwegs. Sie gehörte mit zum großen Helferstab, kümmerte sich um die eintreffenden Jecken oder gab, so mit Leonie, Marion oder Melanie, die Tombolapreise aus.

Die Gesellschaft „All onger eene Hoot“ aus Ratheim war ebenso wieder da wie die Eickener Funkengarde „Schöpp op“, die „Poether Pothäepel“ aus Venn oder die „Närrischen Gartenzwerge“ aus Krefeld. Aus der ehemaligen Samt- und Seidenstadt grüßte auch das Prinzenpaar, Andreas II. und Claudia II., das närrische Volk. Mit einem urigen Bus-Oldtimer war Prinz Wladi I. von der Brüggener KG Gold-Blau angereist.

Leider gab es wieder einmal kein Willicher Prinzenpaar, was die Stimmung bei dem etwa zehn Stunden dauernden Biwak aber nicht beeinträchtigte. Immerhin war die 15-jährige neue Willicher Kinderprinzessin im Saal, deren Name aber erst bei der Proklamation am Samstag im Wahlefeldsaal, ab 14.11 Uhr, preis gegeben wird. Es gab beim Biwak noch zwei interne Beförderungen: zum Stabs-Hauptmann wurde Uwe Arndt, zum Hauptmann Patrick Wilms.

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