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Premiere: Musical-Schüler auf Weltreise

Premiere: Musical-Schüler auf Weltreise

139 Kinder der Hubertusschule stehen auf, vor und hinter der Bühne.

Schiefbahn. „So, die Wellenkinder setzen sich. Die Piratentänzer zu den Didgeridoos. Wo ist der Chor?“ Monika Eisleb dirigiert und korrigiert, fordert von den Kindern auf der Bühne mehr Lautstärke und Ruhe von denen, die Spielpause haben und zusehen. Monika Eisleb legt an diesem Morgen in der Kulturhalle Kilometer zurück. Das Regiebuch im Arm, eine Trillerpfeife um den Hals, rennt sie zwischen Bühne und Technik hin und her.

Hausmeister Ottmar Hahnrath muss die Musik stoppen. Die Liednummern auf seiner CD stimmen nicht mit denen auf seinem Zettel überein. Kurze Pause. Absprache. Es kann weitergehen.

„Gestern habe ich zwei Stunden gebraucht, um abends einzuschlafen.“ Monika Eisleb ist angespannt. Obwohl sie doch der Musical-Profi an der Hubertusschule ist. Zum fünften Mal übernimmt die Lehrerin die Gesamtleitung für ein Stück mit Musik und Tanz an der Grundschule.

Diesmal hört aber nicht nur die Musical-AG auf ihr Kommando. Denn zum 100. Geburtstag der Schule sind alle Schüler auf, vor und hinter der Bühne dabei, als Sänger, Schauspieler, Moderatoren, Maler oder Kulissenträger. „Das wird dein Lebenswerk“, sagt Konrektorin Angela Bönn-Griebler und grinst ihre Kollegin an.

Die ist gedanklich schon in Australien, ruft die Kängurus und Koala-Darsteller zurück. Sie müssen sich noch ein wenig gedulden. Derweil wird aus der Meeres-Kulisse im Handumdrehen die Welt der Aborigines.

Bei aller Proben-Hektik: Zeit für ein Ständchen muss sein. Lehrerin Sandra Thimm hat Geburtstag, und alle Kinder, die vorher noch in der Rolle der Indianer oder Pinguine steckten, schmettern ihr ein „Happy birthday“ zu. Thimm, Klassenlehrerin der 4b, ist gerührt. Und so stolz. „Beide Felicitas-Darsteller kommen aus meiner Klasse.“ Katja, die Musikalische, die ihr beweisen möchte, wie mutig sie ist. Und Schila, die über sich hinauswächst.

„Die Proben schweißen die ganze Schulgemeinde zusammen“, sagt Konrektorin Angela Bönn-Griebler. „Diese Zeit jetzt ist sehr anstrengend und sehr aufregend. Gut, dass das nur alle 100 Jahre stattfindet. . ..“