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Pläne: Ein Krankenhaus mit nur zehn Betten?

Pläne: Ein Krankenhaus mit nur zehn Betten?

Um Geld zu sparen, soll die Klinik in St. Tönis umgebaut werden. Vor allem die Innere Abteilung wird überprüft.

Tönisvorst. Es hat ja immer so eine spezielle Note, wenn in Tönisvorst über gravierende Sparmaßnahmen diskutiert wird. Ist die Haushaltslage so richtig schlecht — wie in diesem Jahr — werden immer drei große Bereiche genannt, auf die man vielleicht verzichten könnte: Schwimmbad, Bücherei, Krankenhaus. Erstere beiden haben nach den Haushaltsberatungen quasi Bestandsschutz, beim Krankenhaus indes bewegt sich was — wenn auch (mal wieder) hinter den Kulissen.

Nächste Woche Donnerstag, 9. Juni, beschäftigt sich die Gesellschafterversammlung, die ist identisch mit dem Stadtrat, mit der Zukunft des Hauses. Und dabei wird nicht ins Blaue hinein diskutiert, sondern bereits über konkrete Vorstellungen gesprochen.

So soll das Haus zum sogenannten Portal-Krankenhaus umgebaut werden. Das heißt: Es werden sieben bis zehn Betten vorgehalten, die für eine Notfall-Versorgung gebraucht werden. Von hier aus würden die Patienten gegebenenfalls verlegt. Das gilt auch für Unfälle, der Rettungswagen bliebe in St. Tönis. Für diesen Bereich wären nur wenige Ärzte erforderlich, die Rede ist von zweien.

Bislang hat die Innere Abteilung rund 70 Betten. Diese sind allerdings nur zu 65 Prozent belegt. 50 bis 60 davon würden einem neu zu gründenden Bereich zugeschlagen. Für diesen gibt es auch schon einen Namen: internistisch-geriatrische Abteilung. Für die Erweiterung der Geriatrie soll es dem Vernehmen nach bereits einen Antrag an die Bezirksregierung in Düsseldorf geben.

Falls sich diese Vorstellungen nicht umsetzen lassen, gibt es wohl auch schon einen Plan B. Der sieht vor, dass ein Träger für das Haus gesucht wird. Hier laufen die Bemühungen darauf hinaus, einen kirchlichen Partner zu finden. Unternehmen wie Helios in Krefeld seien lediglich auf Profit aus, ist hinter vorgehaltener Hand zu hören.

Beispielhaft wird dagegen immer wieder das Willicher Modell genant. Das Katharinen-Hospital gehört zum Verbund der Augustinus-Kliniken, die ihren Sitz in Neuss haben. Dazu zählt auch das Krankenhaus in Neuwerk (Maria von den Aposteln). Dass auch kleinere Häuser in einem solchen Verbund Entwicklungs-Chancen haben, ist in Willich zu sehen. Dort investiert der Träger gerade 3,55 Millionen Euro für einen Anbau.