Kleingarten in Schiefbahn Pakusch will Kleingarten-Vertrag im Heckenstreit anpassen

Schiefbahn · Mit der anstehenden Jahreshauptversammlung hoffen die Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Schiefbahn 1929, dass wieder Ruhe in das Vereinsleben kommt. Interne Querelen und Missverständnisse sorgten unter anderem für Kündigungsschreiben.

 Im Streit um die Hecken im Kleingarten bestätigt Bürgermeister Christian Pakusch, dass er einen Rückschnitt nie befürwortet hat.

Im Streit um die Hecken im Kleingarten bestätigt Bürgermeister Christian Pakusch, dass er einen Rückschnitt nie befürwortet hat.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Die Jahreshauptversammlung beim Obst- und Gartenbauverein Schiefbahn am Freitag, 15. März, um 18 Uhr in der Gaststätte „Be dem Bur“ an der Hubertusstraße 45 wird mit großer Spannung erwartet. Willichs Bürgermeister Christian Pakusch wird vor Ort sein, um Unklarheiten auszuräumen und aus seiner Sicht unnötige Aufregung zu dämpfen. Alles hatte damit angefangen, dass laut Vereinsvorstand die Stadt dazu aufgefordert habe, den Vorgaben des Pachtvertrages nachzukommen. Der fordert das Schneiden der Hecken auf 1,10 Meter. Der Vorstand informierte die Pächter schriftlich darüber, dass Hecken maximal 1,10 Meter hoch sein dürften und die Zaunhöhen im Innenbereich einen Meter sowie im Außenbereich 1,80 Meter betragen dürften.

Zeitgleich wurde darauf hingewiesen, dass entsprechende Rückschnitte der Bepflanzungen zu machen seien, wobei Hecken zwischen den Parzellen nicht eingekürzt werden müssten.

„Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei Zuwiderhandlungen mit Abmahnung und Kündigung zu rechnen ist“, hatte der Vorstand mitgeteilt. Zudem gab es die Information, dass „die Stadt Willich den Auftrag bekommt, ab 1. November 2023 alle nicht zurückgeschnittenen Hecken entsprechend zurück zu schneiden und mit dem jeweiligen Pächter abzurechnen“. Die Schreiben lösten einen Ansturm von Entsetzen bei den Pächtern aus. Der „Baumfrevel“ kam nicht gut an. Zwar kam es weder zu den angedrohten Rückschnitten durch die Stadt, noch zu Rechnungen seitens der Verwaltung, aber die Unsicherheit blieb. Die Redaktion wurde auf das Problem aufmerksam gemacht und kontaktierte Pakusch.

„In Anbetracht von Klimawandel und Ökologie sind diese Vorgaben nicht mehr zeitgemäß“, sagt der. Klares Ziel sei die Anpassung des Pachtvertrages, der 1986 zwischen Stadt und Verein geschlossen wurde und seitdem unverändert ist. Obwohl dem Vorsitzenden des Vereins dies bekannt war, schrieb er die Pächter, die ihre Hecken nicht zurückgeschnitten hatten, erneut an und drohte mit Kündigung mit einer achttägigen Kündigungsfrist.

„Ich habe dem Vorsitzenden mitgeteilt, dass der bestehende Zwischenpachtvertrag Bestand hat und nach diesem der Heckenschnitt vorgenommen werden müsste. Das ist formal gesehen korrekt. Einige Punkte wurden aus dem Pachtvertrag leider vernachlässigt. Gemeinsam mit dem Vorstand habe ich mich darauf verständigt, in Einzelfällen individuelle verhältnismäßige Lösungen vorzunehmen“, so Pakusch, der auch nicht versteht, was das erneute Hinweisschreiben an die Pächter sollte. „Da sollte man ein wenig Aufregung aus der Causa nehmen“, so der Bürgermeister. Er will nun bei der Versammlung aufklären und die Gemüter beruhigen.

(tre)