„No. 7“ macht Fahrräder wieder fit

Der Neersener Jugendtreff hat mit Lukas Klehr einen neuen Leiter. Vorgängerin Sabine Räfle eröffnete als „letzte Amtshandlung“ die renovierte Fahrrad-Werkstatt.

Neersen. Gerade hat die Leitung des Neersener Jugendfreizeitheimes „No. 7“ gewechselt — Lukas Klehr (26) löste die langjährige Chefin und Diplom-Pädagogin Sabine Räfle ab. Die 61-Jährige eröffnete jetzt als „letzte Amtshandlung“ die frisch renovierte Fahrrad-Werkstatt, die es am Neersener Jugendheim seit etwa zwei Jahren gibt und die jetzt endlich ein „Winterquartier“ hat: einen zusätzlichen beheizbaren Raum, in dem jetzt geschraubt und anschließend den Flüchtlingen und Asylbewerbern die verkehrssicheren Räder übergeben werden können.

„Ein Team der Gemeinschaftsbetriebe hat hier zuletzt ein tolles Engagement gezeigt“, erinnerte die scheidende Leiterin daran, dass dieser etwa zwölf Quadratmeter große Raum direkt neben dem Jugendheim eine alte Garage war. Die städtische Kolonne hatte kürzlich diesen Raum umgebaut, verputzt und darin eine alte, aber sichere Türanlage installiert, die früher einmal in der alten Kindertagesstätte in der „Brücke“ an der Verresstraße stand.

Unter den Gästen war unter anderem die zweite Vorsitzende des „Arbeitskreises Fremde“ (AKF), Gaby Petersen. Denn diese Werkstatt gehört schon lange zu einem weiteren Angebot des Arbeitskreises, das für die ausländischen Mitbürger gemacht wird. Ein Syrer, der am Neersener Niersweg wohnt, holte sich bei der Eröffnung für 40 Euro sein erstes Rad ab.

„Die gebrauchten Räder kosten je nach Alter und Beschaffenheit zwischen fünf und 55 Euro, etwa 80 Räder haben wir noch im Keller, aber wir können immer noch weitere gebrauchen, da bald neue Asylbewerber unter anderem an den Niersweg kommen“, sagte Peter F. Mingers, der schon lange zur Kolonne der Schrauber gehört. Ebenso wie Bodo Watzka, Bruno Kuzinna, Jürgen Poscher und neu Sebastian Garth. Einige Flüchtlinge helfen ebenfalls mit, beispielsweise Mohamad Mamou und Ziad Mohamad (beide aus Syrien) oder der 17-jährige Berisha aus dem Kosovo. Teilweise arbeiten sie außerdem in einer Flüchtlingsunterkunft in Anrath. Aus dem Fundus werden je nach Bedarf auch dem kleinen Flüchtlingsdorf an der Moltkestraße in Willich Räder zur Verfügung gestellt. Mit den Einnahmen werden weitere Ersatzteile für die Werkstätten beschafft. Zu den Sponsoren gehört schon seit einiger Zeit die Caritas. Bei der Einweihung des neuen Raumes war unter anderem Neersens Caritas-Leiterin Lore Frehn dabei.

Wer alte Räder abgeben möchte, kann sich immer mittwochs ab 17 Uhr im Neersener Jugendheim „No. 7“ melden. In Anrath, an den Unterkünften am Bahnhof, werden dienstags von 14.30 bis 16.30 Uhr gebrauchte Räder entgegengenommen.