Neugestaltung des Marktplatzes: Sicht auf die Kirche soll frei bleiben

Neugestaltung des Marktplatzes: Sicht auf die Kirche soll frei bleiben

Vier Büros stellten nun ihre Entwürfe vor — dabei gab es deutliche Parallelen.

Willich. Freundlichen Applaus gab’s mehrfach von den knapp 50 Bürgern in der Aula der Kolpingschule. Vier Planungsbüros präsentierten dort am Dienstagsabend ihre ersten Ideen zur Neugestaltung des Marktplatzes von Alt-Willich. Vier Konzepte waren das Resultat des Workshops, der am Montagmorgen begonnen hatte.

Bei aller Unterschiedlichkeit wurden dabei auffallende Parallelen deutlich. „Die Kirche braucht freie Sicht. Die Bäume tun ihr nicht gut.“ Dieser Ansicht ist nicht nur Dennis Mescher vom Essener Büro DTP Landschaftsarchitekten. Die Kugelahorne dort will er durch eine besonders gepflasterte „Bühne“ entlang der Kirche ersetzen. Bodengleiche Wasserspiele könnte es geben, donnerstags würde dort der Wochenmarkt stehen. An die Nord- und Ostseite möchten die Essener Planer Lindenbäume in Spalierform pflanzen, davor soll die Außengastronomie ihren Platz finden. Die Skulptur „Ungeduld“ sollten in Richtung „Hött“ versetzen.

Die „Freistellung der Kirche“ als „Identitätspunkt“ hat sich auch Frank Fischer vorgenommen. Der Chef des Bonner Büros „(f) Landschaftsarchitekten“ schlägt vor, die Kugelahorne auf die gegenüberliegende Platzseite in die Sonne zu setzen. Das Konzept der Bonner umfasst nicht nur den Markt, sondern auch die Straßen ringsherum. Die Folge: Die Neugestaltung wird auf die andere Seite der Kirche in Richtung Volksbank ausgedehnt, wo Parkplätze wegfallen könnten. In der Nähe der Bügelbahn könnte ein Boulefeld entstehen. Umrisse der ehemaligen Häuser um die Kirche sollen durch eine spezielle Pflasterung sichtbar gemacht werden. Am Hinzen-Haus könnte es einen Toiletten-Anbau gehen.

„Im Moment wird man entweder überfahren oder man läuft vor einen Poller.“ Diesen Eindruck hatte Susanne Gombert von KLA Kiparlandschaftsarchitekten (Duisburg). Dessen Mitte möchte sie stärken: Ein Lichtband soll eine „Dom-Platte“ hervorheben, viele Sitzbänke an der Kirche soll es geben. Am Zugang vom Domgarten aus könnten Hecken die Ränder „moderieren“. Wasserfontänen finden sich auch in diesem Konzept, die „Ungeduld“ würde in die Nähe des Schützenbaums versetzt.

René Rheims vom Krefelder Büro KraftRaum möchte den Marktplatz zum „Wohnzimmer“ machen. Dafür müsse zunächst „radikal aufgeräumt werden“, sämtliche Poller, Schilder und sonstige Einbauten müssten verschwinden. Anschließend würde es nur noch je eine Baumgruppe an der Ost- und Westseite des Platzes geben. Auf dessen nördlicher Seite, also direkt an der Kirche, schwebt Rheims ein Ort der Begegnung mit Sitzgelegenheiten und einer großen „Tafel“ vor. Die drei Platz-Zugänge könne man mit Licht-Installationen hervorheben.

Von einem „super Abend mit tollen Entwürfen“ sprach Frank Boberg vom Büro Pesch & Partner (Dortmund), das die Planungs-Werkstatt betreut. Nach der Präsentation setzte sich Boberg zu einer ersten Beratung mit den Mitgliedern der „Empfehlungskommission“ zusammen, die einen Siegesentwurf auswählen soll. Hinweise aus dieser Sitzung gehen jetzt an die vier Büros, diese können bis zum 18. Mai in die Konzepte eingearbeitet werden. An diesem Montag fällt die Entscheidung über die künftige Gestaltung des Willicher Marktplatzes.

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