Stadtgeflüster aus Willich und Tönisvorst : Shakehands zu Ehren des Kaisers

Diplomatisch, sportlich, musikalisch: Heute widmen wir uns Besuchen.

Wir starten das Geflüster mit einem deutsch-japanischen Austausch. Anlässlich eines Empfangs zum 85. Geburtstag des japanischen Kaisers Akihito traf der Bundestagsabgeordnete des Kreises Viersen, Uwe Schummer aus Neersen, Botschafter Takeshi Yagi in Berlin. Dabei sprachen sie über die Städtepartnerschaft zwischen Willich und Marugame. Die westjapanische Stadt ist für ihre Fächerproduktion bekannt; 90 Prozent aller hergestellten japanischen Fächer stammen von dort. Ebenso gibt es einen regen Austausch zwischen dem Willicher St. Bernhard Gymnasium und der Fujii-Gakuen-Schule in Marugame. Bereits zweimal waren Austauschschüler aus Japan am Niederrhein; nächstes Jahr erfolgt der Gegenbesuch.

Neue Gürtel für
Karate-Sportler

Wir bleiben thematisch noch ein wenig in Japan:  Besuch hatte zuletzt auch die Karate-Abteilung des SV St. Tönis. Das Shotokan Karate Dojo Yorokobi richtete zum dritten Mal einen Lehrgang mit dem Konstanzer Trainer Dieter Ruh aus. Etwa 50 Aktive zwischen sechs und 62 Jahren nutzten die Gelegenheit, um sich weitere Kenntnisse und Fertigkeiten anzueignen oder zu vertiefen. Trainiert wurde in der Sporthalle auf der Jahn-Anlage in zwei Gruppen. Während der Mittagspause konnten 26 Mitglieder die Prüfung zum nächsten Gürtelgrad bestehen. Nach dem letzten Unterstufentraining erhielten alle Prüflinge von Ihrem Sensei und den Co-Trainern neben einer Urkunde auch den neuen Gürtel. Eine Wiederholung ist für 2019 bereits geplant. Die Karateabteilung bietet am 7. Januar wieder Anfängerkurse an. Weitere Informationen unter Tel. 02151/743522.

Feuerwehr informierte
Senioren-Union

Mit einem Besuch geht es nun auch weiter: Die Senioren Union Tönisvorst war bei der freiwilligen Feuerwehr. Angeführt vom Vorsitzenden Reinhard Bismanns besichtigte die große Schar an interessierten Mitgliedern und Bürgern das Feuerwehrhaus. Der Hausherr, Wehrführer Rolf Peschken, begrüßte die Gruppe im Mannschaftsraum und führte mit den Löschzugführern Hans-Gerd Wolters (Löschzug St. Tönis) und Toni van Cleef  (Löschzug Vorst) durch das Gebäude. Die Funktionen der großen und modernen Fahrzeuge wurden erklärt und über die Einsatzmöglichkeiten berichtet. Dabei gab es unter anderem diese Infos: Die Feuerwehr hat einen Musikzug mit 29 Aktiven, der in Vorst übt, einen Ehrenzug der altersbedingt ausgeschiedene Feuerwehrleute und eine Jugendfeuerwehr mit 30 Mitgliedern, die in St. Tönis  üben. Insgesamt verfügt die freiwillige Feuerwehr über 200 Mitglieder, die in den verschiedensten Funktionen ihren Dienst tun. Anschließend stellten sich die drei Wehrleute den Fragen  der Besucher, die souverän beantwortet wurden.

 Informationen über
„Abels-Jan“

Wo wir gerade schon in St.Tönis sind: Den 180. Heimatbrief konnte Peter Steppen, Vorsitzender des Heimatbundes, nun präsentieren. Auf rund 40 Seiten hat man wieder viel interessantes aus dem ablaufenden Jahr mit vielen Erinnerungen verbinden können und eine interessante Lektüre zusammengestellt. Einige der Autoren stellten in der Volksbank in gemütlicher Runde ihre Artikel vor und gaben die eine oder anderen Erinnerung zum Besten. Auch an längst vergangene Zeiten, an die sich nur noch ältere St.Töniser erinnern. So zum Beispiel an Johann Abels, den man in St.Tönis besser als „Abels-Jan“ kannte, und der an der Hochstraße mit seiner Frau, die als „Abels-Traut“ bekannt war, in den späten 20er Jahren einen Zeitschriften- und Tabakwarenhandel führte. Ein Foto des Geschäftes ziert die Titelseite des Heimatbriefes, und im Inneren ist auch ein Foto zu finden, das Abels-Jan mit einem Eiswagen zeigt.

Auch Eishockey-Held
Marcel Noebels ist Thema

175 Jahre alt wurde in  diesem Jahr eine Institution, die als „Geschw. Bander“ oder auch Nötges bekannt ist. Was es mit den Kürzeln, oder auch mit „Bandersch-Mick“ auf sich hat, darüber und über vieles aus 175 Jahren Einzelhandel hat Guido Beckers auf zwei Seiten geschrieben. Er stellt auch den Silbermedaillengewinner der letzten olympischen Winterspiele, Marcel Noebels, vor, der unlängst Berliner Sportler des Jahres wurde, aber immer noch ein St.Töniser Junge ist – hier aber noch nicht geehrt wurde, wie kürzlich in der WZ zu lesen war.

Mit dem Hackbrett
2019 begrüßen

Jetzt machen wir einen Sprung – und zwar ins Neue Jahr. Allerdings nur bis zum 6. Januar. Dann lautet die vielsagende Überschrift „Wo die Zitronen blühen“. Das Neujahrskonzert mit dem Ensemble „le sourire gracieux“ findet ab 18 Uhr in der Auferstehungskirche Willich statt. Mit einem kurzweiligen Programm wollen die jungen Musikerinnen Miho Shirai (Traversflöte), Anna Pontz (Salterio/Hackbrett) und Cornelia Demmer (Laute) die Zuhörer mit auf eine Reise in Goethes Land der blühenden Zitronen mitnehmen. Wer weiß eigentlich, warum die Zitronen sauer sind? Oder was passiert, wenn die Flöte „tutet“?  Karten (acht Euro) sind im evangelischen Gemeindebüro an der Krusestraße 20 in Willich oder an der Abendkasse erhältlich. Kartentelefon: 02154/4996710.

Scheinheilige Nacht
mit Contzen

Zum Schluss geht es um ein musikalisches Urgestein aus Willich: Jochen Contzen. Wie er dem Flüsterer zugerufen hat, ist  „Die wahrscheinlich schlechteste Band der Welt“ endlich wieder öffentlich zu sehen. Und zwar am 23. Dezember in der „Scheinheiligen Nacht“ in der Gasstätte Schiffer an der Peterstraße 21 in Willich. Es geben sich die Ehre: der Schlagzeuger Waldo Karpenkiel, der unter anderem mit Helge Schneider Musik gemacht hat, Keyboarder Georg Mahr an der Hammond-Orgel und natürlich Sänger Contzen, der sich in den letzten Jahren in verschiedenen „Blues Brothers“-Formationen einen Namen gemacht hat. Showtime: 20 Uhr. Karten (14 Euro) gibt es bei Schreibwaren Erren und in der Gastätte Schiffer. Na, dann kann Weihnachten ja kommen.

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