Neues Fitness-Konzept in St. Tönis: Training im "Wohnzimmer"

Neues Fitness-Konzept in St. Tönis: Training im "Wohnzimmer"

In St. Tönis hat ein Fitnessstudio mit neuartigem Konzept eröffnet: Der „Lebensraum“ bietet individuelle Beratung mit Unterstützung moderner Trainingstechnik in gemütlicher Atmosphäre. Ein Besuch.

Tönisvorst. „Klein, familiär und gut betreut.“ So beschreibt Tim Kuhlmann das Fitnessstudio „Lebensraum“ in einer ehemaligen Textilfabrik an der Benrader Straße. In der hell und freundlich gestalteten Industriehalle wird nach Angaben der Betreiber mit einem innovativen Trainingskonzept gearbeitet.

„Nach einer Einführungsrunde mit den Trainern misst ein Trainingsgerät die Maximalkraft“, erklärt Kuhlmann die Methodik. Diese und andere Trainingsdaten würden auf ein Armband übertragen. Das Armband werde an einen Sensor des Geräts gehalten und alle Einstellungen zu Gewicht und Sitzposition würden automatisch vorgenommen. „Im Laufe der Trainingseinheiten passt das System die Gewichte automatisch an, um eine kontinuierliche Leistungssteigerung zu gewährleisten.“ Die Geräte sparen nach Angaben des Inhabers nicht nur Zeit, sondern gleichen typische Fehler bei der Ausführung und Geschwindigkeit von Übungen aus.

Ein Beispiel: Spielerisch — wie bei einem Videospiel — muss eine weiße Kugel durch eine Trainingskurve manövriert werden. Ziel ist es, innerhalb dieser Kurve mit der weißen Kugel möglichst viele „Münzen“ einzusammeln. Der Kurve muss dazu möglichst genau und in entsprechender Geschwindigkeit gefolgt werden. „Viele unserer Mitglieder erinnert das an Pac-Man“, verrät Kuhlmann.

Um Fehlhaltungen der Muskulatur vorzubeugen, gibt es in der ehemaligen Textilfabrik einen „Beweglichkeitszirkel“. In diesem werden an acht Trainingsgeräten Muskelgruppen vom Hals bis zur Wade gedehnt und gestärkt. Auch hier unterstützt die Technik, indem sie die Trainingsdauer und Gerätewechsel durch Lichtsignale vorgibt. „Durch die Taktung des Systems entstehen keine Wartezeiten“, hebt Kuhlmann hervor.

Neben Kraft und Beweglichkeit können sich die Kunden im Ausdauerbereich auf Laufbändern oder Rädern durch virtuelle Landschaften bewegen. Die auf dem Bildschirm gezeigte Landschaft passt sich an die Intensität des Trainingsprogramms an. Wem das zu langweilig ist, der kann sich mit Filmen, Serien oder Musik über die ans Internet angeschlossenen Geräte ablenken.

Alle Trainingsgeräte seien zudem mit einem Programm ausgestattet, das sich mit Smartphones oder Tablets verbinden lässt. „Darüber können die Trainer für einzelne Mitglieder Trainingspläne erstellen und anpassen. Das Programm zeigt Mitgliedern ihr biologisches Alter und Tipps für ein ausgewogenes Training. Zur Motivation kann sich über Ranglisten mit Anderen verglichen werden“, so der Betreiber.

„Ab einer gewissen Studiogröße kommt die Betreuung durch Trainer zu kurz“, ist Tim Kuhlmann überzeugt. „Wir wollen ein Wohnzimmergefühl vermitteln. Daher auch die Namenswahl. Wenn sich die Leute nicht wohlfühlen, können sie auch nicht die Leistung bringen“, fasst der 32-jährige Fitnessökonom sein Konzept zusammen. Zusammen mit seinem langjährigen Freund und Trainerkollegen Yannic Jendges ist der gebürtige St. Töniser dieses Projekt angegangen.

Mit Überschaubarkeit und moderner Ausstattung sollen die persönliche Betreuung verbessert und andere Zielgruppen angesprochen werden. Technisch Unerfahrene sollen sich vom Konzept nicht abschrecken lassen: „Es ist auch was für Menschen, die nicht viel Erfahrung mit Computern haben.“ lebensraum-fitness-toenisvorst.de

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