1. NRW
  2. Kreis Viersen
  3. Willich und Tönisvorst

Neuer Baubetriebhof in Willich beherbergt nun alles unter einem Dach

Zwei Betriebsstätten zogen im laufenden Betrieb um : Der neue Baubetriebshof ist fast fertig

Fast fertig präsentiert sich der neue Baubetriebshof der Gemeinschaftsbetriebe Willich am Siemensring 13. Zwei Betriebsstätten zogen im laufenden Betrieb um. Die Arbeit läuft nun deutlich effizienter ab.

Die Sicherheitsschuhe stehen nach wie vor griffbereit im Büro von Toni van Cleef. „Sobald ich mein Büro verlasse, sind diese Schuhe Pflicht, denn wir befinden uns noch immer auf einer Baustelle“, sagt der stellvertretende kaufmännische Leiter der Gemeinschaftsbetriebe Willich (GBW). Am Siemensring, dem neuen Standort der GBW, sind alle Mitarbeiter inzwischen eingezogen, wenngleich es noch einige Baustellen auf dem Gesamtkomplex gibt.

Unter anderem fehlen die Zuwegung, die Pflasterungen im Innenbereich, die Außenbeleuchtung und die Schranke der zentralen Toranlage. Schon seit Langem war der Stadt Willich klar, dass die dezentrale Unterbringung der beiden Betriebsstätten der GBW an den Adressen Niersplank 5 und Alperheide 7 nicht optimal war. Eine zentrale Betriebsstätte, um Synergieeffekte nutzen zu können und Absprachen zu den Arbeitsabläufen einfacher zu machen, war schon länger der Wunsch der Verantwortlichen.

Als die Gebäude an der Alperheide vor rund zehn Jahren durch größere Risse geschädigt wurden, war klar: Es ist der Zeitpunkt gekommen, um die Situation zu ändern. Ein zunächst geplanter Kauf am Hundspohlweg zerschlug sich. Dafür tauchte im Herbst 2016 die Möglichkeit auf, das Gelände am Siemensring 13 zu kaufen.

Verwaltungsintern wurde gerechnet und das Ergebnis der Politik vorgestellt. Es folgten weitere Beratungen mit dem Resultat, dass der Kaufvertrag abgeschlossen werden konnte. Neben dem ehemaligen Gelände samt Gebäudekomplex einer im Im- und Export tätigen Warenhandelsgesellschaft kaufte die Stadt Willich eine weitere Freifläche dazu. So entstand ein 13 800 Quadratmeter großes Grundstück.

2018 starteten die Vorarbeiten für den Tiefbau mit seinen Kanalmaßnahmen. Es folgte der Umbau der vier vorhandenen Hallen, wobei ein Teil der Gebäude abgerissen wurde. „Von außen ist ein Gebäude entstanden, das im Inneren über verschiedenen Hallen verfügt“, erklärt van Cleef. Das ehemalige Wohnhaus wurde für die Büros von Vorarbeitern und technischen Abteilungsleitern umgebaut und erhielt einen Anbau mit einem Sozialtrakt für 100 Mitarbeiter.

Für die technische Ausstattung stiegen die Stadtwerke Willich mit ins Boot. Von Heizung und Sanitär über Lüftungs- und Elektrotechnik bis hin zur Brandmeldeanlage waren sie im Einsatz. Die neue Betriebsstätte verfügt über ein eigenes Blockheizkraftwerk und eine Trafostation. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für Strom. Wenn am Wochenende der Betrieb ruht, wird der Strom ins Netz eingespeist.

Entwässerung auf dem Grundstück mit einem eigenen Regenrückhaltebecken, hochmoderne Flüssigkeitsabscheider, damit kein kontaminiertes Regenwasser einfließen kann – es galt nicht nur überlegt zu bauen, sondern es mussten auch viele Vorschriften integriert werden. „Wir haben uns Bauhöfe in vier anderen Städten angeschaut und von überall das Optimum mitgenommen. Man muss das Rad ja nicht neu erfinden“, sagt van Cleef.

So überzeugten beispielsweise die Umkleiden aus Monheim und Meerbusch. Dort sind Spinde an Luftströme angeschlossen, um nasse Arbeitsbekleidung zu trocknen. Das spart einen Trockenraum. Um generell Kosten zu sparen, wurden unter anderem an der alten Betriebsstätte am Niersplank 15 Türen ausgebaut. Diese befanden sich in einem einwandfreien Zustand und mussten also nicht neu angeschafft werden.

Auch die drei Elektrofahrzeugladestationen am Niersplank wurden abgebaut und neben sechs neuen Ladestationen am Siemensring eingebaut. „Wir hatten Listen mit den Dingen erstellt, wie wir mitnehmen konnten und was neu angeschafft werden musste“, erinnert sich van Cleef. Der Um- und Neubau im laufenden Betrieb verlangte einiges von den Mitarbeitern.

Trotz Umzug musste das normale Tagesgeschäft reibungslos laufen. Dafür treffen die Mitarbeiter nun alles für die verschiedenen Arbeitsabläufe optimiert an. Ein zweigeteiltes Magazin für Verbrauchsmaterial und Arbeitsgeräte, mit Sattelschlepper anfahrbare Schüttgutboxen, direkt angegliederte Werkstätten, eine beheizte Halle für die Winterfahrzeuge – die Hydraulik der Maschinen muss warm sein, damit sie sofort in den Einsatz gehen können – und Hallen, in denen aufgrund ihrer Bauweise vernünftig mit dem Lkw rangiert werden kann, sind nur einige Beispiele.

„Früher mussten Mitarbeiter mit einer defekten Kettensäge acht Kilometer weit fahren, um unsere Werkstatt zu erreichen. Heute gehen sie acht Meter und sind in der Werkstatt“, sagt van Cleef. Alle GBW-Bereiche sind am neuen Standort optimal zusammengefügt und machen das Arbeiten um ein Vielfaches effizienter.