Tönisvorst : Neue Wohnungen für Vorst

An der Kuhstraße soll ein Mehrfamilienhaus gebaut werden.

Vorst. So langsam entwickelt sich Vorst weiter. Neben den Neuansiedlungen, etwa in Vorst-Nord, gibt es einige Initiativen von Eigentümern, die in enger Abstimmung mit der Verwaltung zusätzlichen Wohnbedarf bereitstellen möchten. Dazu gehört das Areal, auf dem der frühere Adelssitz „Haus Brempt“ steht.

Dazu gehört aber auch das etwa 2 000 Quadratmeter große Grundstück an der Kuhstraße, das im Besitz der katholischen Kirchengemeinde St. Godehard ist. Dort könnten vielleicht schon im nächsten Jahr 22 neue Wohnungen entstehen. „Wir arbeiten an dem Projekt seit etwa fünf Jahren“, sagte im Planungsausschuss Bettina Kempen, die im Krefelder Architekturbüro „Kempen + Kleinheyer“ arbeitet.

Ihr Entwurf hatte die Kirchengemeinde überzeugt. Zunächst sei eine „Große Lösung“ mit den benachbarten Eigentümern, beispielsweise mit dem des ehemaligen Schlecker-Areals, angestrebt worden. Dies habe aber zu keiner Einigung geführt. So dass man sich auf das Kirchen-Grundstück konzentriert habe. Und man habe kürzlich mit der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft des Kreises Viersen einen Kooperations-Partner gefunden.

Es geht zum einen um das ehemalige Pfarrhaus, in dem neben den Büros noch der Fast-Rentner Pfarrer Ludwig Kamm wohnt, und um einen Neubau, der in einer T-Form davor gesetzt werden soll und mit seiner Front (Frontlänge: etwa 35 Meter) direkt an der Kuhstraße steht.

Im Pfarrhaus sollen vier neue Mietwohnungen entstehen. In dem Neubau 18, wobei 14 davon in das Eigentum der GWG übergehen sollen, vier bleiben Eigentum der Kirche. Bei den 18 neuen Mietwohnungen, dort sollen größtenteils Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Wohnflächen zwischen 46 und 84 Quadratmetern entstehen, würden acht öffentlich gefördert. Büros der Kirchengemeinde sollen in den Neubau integriert werden.

Um das Verfahren zu beschleunigen, war der Planungsausschuss mit der Aufstellung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplanes einverstanden. Jetzt kommt es zu weiteren Abstimmungen mit der Verwaltung. Bettina Kempen: „Es wäre schön, wenn wir den Bauantrag noch in diesem Jahr einreichen und mit dem Um- und Neubau 2018 beginnen könnten.“

Einen vorhabenbezogen B-Plan könnte es bald auch im Bereich von Haus Brempt geben. Hier wird jetzt aber erst einmal abgewartet, was die Denkmalbehörde sagt. Im Planungsausschuss stellte Architekt Sven Schroers (Kerken) sein mit dem Eigentümer abgestimmtes Vorhaben vor. Danach sind auf dem Gelände, auf dem früher eine große Gärtnerei stand, drei bis vier Wohnkomplexe mit rund 40 Wohneinheiten vorstellbar, zweigeschossig mit Flachdach, wobei die Traufe von etwa 9,50 Metern unter der von Haus Brempt bleibt. Die Wohnfläche insgesamt beläuft sich auf rund 3700 Quadratmeter.

Die Autos sollen in Carports untergestellt werden. Im Eingangsbereich an der Kokenstraße ist darüber hinaus eine Tiefgarage mit 26 Plätzen vorgesehen. Da dadurch die Wohnsituation in Vorst weiter verbessert werden kann, steht die Verwaltung dem Antrag grundsätzlich positiv gegenüber.

Das Areal mit dem Haus Brempt soll frei zugänglich sein und eine fußläufige Verbindung zum Zentrum geschaffen werden.

„Wir gehen auch davon aus, dass der Eigentümer dort nicht die Schotten dicht macht“, sagte Johannes Funck (SPD).Ausschussmitglieder, auch aus Reihen der CDU, kritisierten noch, dass „scheibchenweise“ und erst nach entsprechenden Privatinitiativen zusätzlicher Wohnraum in Vorst geschaffen werde.