Friedhöfe : Die Bestattungskultur in Tönisvorst ist vielfältig

Auf den Friedhöfen in St. Tönis und Vorst bietet die Stadt insgesamt sieben verschiedende Grabarten an.

Die Friedhofskultur ist im Wandel. Viele Menschen beschäftigen sich inzwischen bereits zu Lebzeiten mit ihrer Bestattung und organisieren diese auch selbst. Diese Erfahrung haben auch die Mitarbeiter der Tönisvorster Stadtverwaltung gemacht. „Viele wollen sich sogar anonym bestatten lassen, weil sie niemandem zur Last fallen wollen oder keine Angehörigen mehr haben“, weiß Monika Flöth von der Tönisvorster Friedhofsverwaltung. „Es sollte aber niemand aus einer Not heraus anonym bestattet werden“, so Flöth.

Um über die Möglichkeiten in Tönisvorst zu informieren, sind jetzt insgesamt sieben Broschüren erschienen, in denen die sieben in Tönisvorst möglichen Grabarten ausführlich dargestellt werden. Diese sind ab sofort in den Foyers der städtischen Verwaltungsgebäude kostenlos erhältlich und sollen später auch auf der Homepage der Stadt abrufbar sein.

In der Öffentlichkeit am bekanntesten ist das klassische Reihengrab als Einzelgrab, in dem beispielsweise auch anonym beerdigt werden kann. Auch beim Urnenreihengrab handelt sich um ein Einzelgrab in der Erde. „Es hat eine Größe von 60 mal 80 Zentimetern und ist deshalb leicht zu pflegen“, sagt Flöth. Alternativ dazu gibt es das Urnengemeinschaftsgrab, auf dem insgesamt zehn Urnen der Reihe nach in der Erde bestattet werden. Eine Platte mit Namen erinnert an den Verstorbenen. Beim Kauf einer solchen Grabstätte sind die Kosten für die 20 Jahre lange Pflege, die saisonale Bepflanzung und die Grabplatte inklusive Beschriftung enthalten.

Eine weitere traditionelle Art der Beisetzung ist das Wahlgrab. Dieses bietet sich vor allem für Menschen an, die später mit ihren Angehörigen beerdigt werden möchten. „Ein solches Grab kann man sich zu Lebzeiten aussuchen und kaufen“, sagt Flöth. Es sei sogar möglich, sich dafür ein gewisses Gebiet auf dem Friedhof auszusuchen. Ein Urnenwahlgrab bietet Platz für zwei Urnen. Auch wegen der geringen Größe ist der Pflegeaufwand hier gering.

Eine weitere Bestattungsmöglichkeit ist die Urnenkammer, bei der allerdings keinerlei Grabschmuck erlaubt ist. Sie werden in einem Feld angeboten, dass vom Friedhofsgärtner gestaltet wird. In einer Urnenkammer können bis zu vier Aschekapseln bzw. drei Schmuckurnen bestattet werden. Am meisten Platz bietet eine Parkgruft, die über eine Fläche von mindestens zwei Wahlgräbern (2,60 m mal 2,60 m) verfügt. „Dort gibt es mehr Gestaltungsmöglichkeiten und sie bietet Platz für einen Sarg und zwei Urnen beziehungsweise vier Urnen“, sagt Flöth.

Wer sich detaillierter über die Möglichkeiten der Bestattung in Tönisvorst informieren möchte, kann sich direkt an Monika Flöth, Tel. 02151/999403, wenden. Dort gibt es auch Informationen über die Kosten, die in den Broschüren nicht enthalten sind, da sich die Gebühren immer wieder mal ändern. Auch die Bestattungsunternehmen verfügen über die notwendigen Informationen.

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