Brauchtum : Ein heiteres Fest in schweren Zeiten

Nach der Corona-Pause fand zum achten Mal das Vorster Apfelfest auf und in den Straßen rund um den Marktplatz statt.

Es war ein Fest der Heiterkeit, dass sich am vergangenen Sonntag rund um den Vorster Markt abspielte. Nach der Corona-Pause im vergangenen Jahr konnte das Fest endlich wieder stattfinden. „Eine extrem große Erleichterung“ darüber empfand der Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Vorst aktiv“, Tobias Hannapel, zumal es im Vorfeld einige Absagen für die Stände gegeben habe. „Corona hat nicht jedes Unternehmen überlebt“, stellte er sachlich fest. Und die Anbieter aus der belgischen Partnergemeinde hätten die Auflagen nicht erfüllt.

Umso erfreute konnte er nach dem Auftakt durch das Orchester der Vorster Feuerwehr den Bürgermeister Uwe Leuchtenberg sowie die alte Apfelkönigin Melanie Becker mit ihrer achtjährigen Tochter Leonie als Prinzessin und die neue  Apfelkönigin Jacqueline Huhndorf, Geschäftsführerin des St. Töniser Obsthofs, auf der Bühne begrüßen.

Ein Zeichen dafür, was Tönisvorst auf die Beine stellen kann

„Das ist ein Zeichen, dass Tönisvorst lebt und was es auf die Beine stellen kann“, übergab Leuchtenberg der alten Apfelkönigin einen Blumenstrauß und ein Bild aus ihrer Amtszeit „mit der Schärpe von 2017“, wie er anmerkte. Sie habe gerne fünf statt zwei Jahre das Amt ausgeübt, sagte die scheidende Königin. „Es war eine tolle Zeit, ich freute mich über jeden Auftritt, da gab es nicht den einen beliebtesten Termin“, dankte sie allen Bauern, dem Bürgermeister und insbesondere Catharina Perchtaler für die Unterstützung.

Becker durfte der neuen Königin Jacqueline I. symbolisch erst einen großen Apfel und dann die Krone übergeben. Die 32-jährige dankte für das Vertrauen, freute sich auf eine „erfolgreiche, ereignisreiche Zeit“. Sie wolle ihr Amt nutzen, um „über Tönisvorst hinauszugehen, die Stadt präsenter zu machen, Touristen anzulocken und die Wirtschaft so anzukurbeln.“

Anschließend folgte unter der Moderation von Thomas Wenders auf der Marktbühne ein abwechslungsreiches Programm, mit Aufführungen des katholischen Kindergartens und der GGS Vorst, zwei Unternehmenspräsentationen durch Sonja Demandt und Ulrich Leusch und einem stimmungsvollen Konzert der Partyband „Dolce Vita“ zum Abschluss.

Nachdenkliches in der Kirche, Rettung bei der Feuerwehr

In der St. Godehard-Kirche führte die Theatergruppe „Salz&Pfeffer“ das Kinderstück „Ich bin ich“ auf. Die Gemeinde hatte in der Kirche dazu entsprechende Stationen zum Nachdenken und Reflektieren aufgebaut. „Wir wollen Impulse geben, über die großen Fragen im Leben nachzudenken, und wie Kirche da mit seinem Fundus und Zugang dabei helfen kann“, erläuterte Gemeindereferentin Regina Gorgs die Idee des Ganzen.

Die Feuerwehr um Löschzugführer Kai Hebben ergänzte das Programm mit einem „Tag der offenen Tür“, bei dem man sich Fahrzeuge angucken, Wasserlöschspiele machen, bei Kaffee und Kuchen Filme über Übungen sehen und eine spektakulären Vorführung - einer nachgestellten Befreiung einer Person aus einem verunfallten Wagen - verfolgen konnte.

Und entlang der Seulen-, Cleven- und Kuhstraße säumten die verschiedenen Anbieter den Weg. Von kulinarischen Leckereien über Getränkestände, Karnevals- und Sportvereinen, Organisationen wie Action medeor oder NABU  bis zu Unternehmen  - vom Fittnessanbieter bis zum Geschenkestand - war Vielfältiges zu entdecken. Mit dem Obsthof Fruhen und dem NABU gab es auch ein passendes Apfelangebot. Für ein Nettetaler Ehepaar hatte sich der Ausflug nach Vorst mit dem Enkel Julius schon wegen der Apfel-Bratwurst gelohnt, die sie genießen durften. „Die schmeckt echt süsslicher“, lautete ihr Urteil.