Netto: Stadt Tönisvorst muss weitere Gespräche führen

Pläne in Vorst : Netto-Markt: Noch Klärungsbedarf

Verwaltung führt alle beteiligten Parteien zu einem Gespräch zusammen. Auch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW steht noch ein Termin an.

Noch nicht auf einen Nenner gekommen sind die Vorsterin Gerta Peters, die auf dem Gelände des abgerissenen Böntscheshof in Vorst ein Gebäude für den Discounter Netto bauen möchte, und unmittelbare Nachbarn. Es geht um den Bebauungsplan VO 47. Für den heutigen Freitag hat daher die technische Fachbereichsleiterin Ina Bartmann ein Gespräch mit Anwohnern, Investoren, Vermessungsbüro und Kanzleien anberaumt, um „gemeinschaftlich und guten Mutes“ die unterschiedlichen nachbarschaftlichen Abwägungen einvernehmlich zu klären. „Hoffentlich gelingt das“, so Bartmann im Tönisvorster Planungsausschuss am Mittwochabend.

Querungshilfe auf der Anrather Straße ist auch noch Thema

Auch in Bezug auf die Querungshilfe auf der Fahrbahn der Anrather Straße vor dem geplanten Discounter gibt es noch Klärungsbedarf. Ein Gespräch mit Mitarbeitern des Landesbetriebs Straßen.NRW, die zuständig sind, soll am 16. April folgen.

Die Ergebnisse beider Ortstermine sollen zur nächsten Planungsausschusssitzung vorliegen. Aus diesem Gremium heraus ging am Mittwoch die Aufforderung an die Verwaltung, den Druck in der Angelegenheit zu erhöhen – um das Ziel, Vorst weiter zu entwickeln, zu erreichen. „Da müssen wir zu einer guten Lösung kommen“, sagte Ausschussvorsitzender Hans Joachim Kremser (SPD).

Seit 2015 wollen Gerta Peters und Silke Abbelen an der Anrather Straße/Am Neuenhaushof einen Lebensmittel-Markt ansiedeln. Kontakte zu Netto bestehen seither. „Wir bauen und verpachten anschließend langfristig“, nannte Peters kürzlich im Gespräch mit der WZ eine Laufzeit von 15 Jahren.

Die Böntscheshof-Fläche am Ortsausgang von Vorst Richtung Anrath, 700 Meter vom Ortskern entfernt, ist 6300 Quadratmeter groß. Die Verkaufsfläche soll 1100 Quadratmeter umfassen. Um den Standort für einen Lebensmitteldiscounter zu ermöglichen, hatte die Politik das neue Einzelhandelskonzept für den Bereich Vorst wieder aufgehoben. Das Konzept für Tönisvorst sah eigentlich vor, dass sich nur im zentralen Versorgungsbereich der Stadtteile ein Vollsortimenter hätte ansiedeln dürfen. Entsprechend große Flächen aber stehen im Vorster Ortskern nicht zur Verfügung.

Auch wenn es mit Ina Bartmanns Moderation zwischen den Parteien zu einer zügigen Einigung mit den Nachbarn kommen sollte, könnte eine Markt-Eröffnung frühestens im Laufe des ersten Quartals 2020 erfolgen. Dann gäbe es im Ortsteil Vorst neben dem Rewe-Markt in Richtung Kempen ein weiteres Lebensmittelgeschäft.

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