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Neersen: Sanierung Projekt Schwarzer Pfuhl

Neersen: Sanierung Projekt Schwarzer Pfuhl : Zum Schwarzen Pfuhl fast fertig

Das traditionsreiche Gebäude wurde von Grund auf renoviert. Das wurde nun im kleinen Rahmen gefeiert.

Der Sanierungs-Umbau des Projekts Schwarzer Pfuhl ist fast abgeschlossen. Die Willicher Grundstückgesellschaft hat das geschichtsträchtige, aber nicht unter Denkmalschutz stehende Haus, das als „Totalschaden“ galt, seit Mai 2019 von Grund auf renoviert. Vorbeifahrende Auto- und Lkw-Fahrer konnten sich lange Zeit kaum ausmalen, was sich hinter der Fassade der seit 2016 leerstehenden ehemaligen  Gaststätte „Zum Schwarzen Pfuhl“ auf der Baustelle getan hat. Für sie galt lange der Eindruck:  außen pfui, innen hui.

Viel wurde geschafft und daher nun gefeiert: Willy Kerbusch, Kämmerer und GSG-Geschäftsführer, hat in der vergangenen Woche zu einer kleinen, internen Feier unter anderem mit den beteiligten Firmen geladen. Das offizielle Richtfest war seinerzeit dem Termindruck zum Opfer gefallen.

Im Juni 2019 hatte Kerbsuch die WZ durch das Gebäude geführt. Hier war kein Balken, der es noch tat“, sagte er damals und zeigte auf seinem Smartphone Fotos vom Zustand der Räume bei seiner ersten Besichtigung. Der Vorher-Nachher-Effekt beeindruckte schon damals, auch wenn in den Erdgeschossräumen noch nicht alles an seinem Platz war: Weiße Wände, weiße Decken, Boden in Holzoptik, neue, dreifach verglaste Fenster. Die Wände sind nun von innen mit 17,5 Zentimeter dicken Gasbetonsteinen verkleidet und isoliert. Durch Brandschutzdecken ist die Zimmerdecke niedriger als zu Gaststättenzeiten.

In der oberen Etage entstehen vier Hotelappartements

Jetzt stehen die grundsätzlichen und umfangreichen Arbeiten kurz vor dem Abschluss: Unten ist bekanntlich bereits die Vollstreckungs-Abteilung des städtischen Geschäftsbereichs Zentrale Finanzen eingezogen. In der oberen Etage  werden derzeit vier Hotelappartements und eine Hausmeisterwohnung untergebracht; wer die Appartements betreiben wird, steht derzeit, so  Willy Kerbusch, noch nicht fest.

Erstmals erwähnt wurde das Haus, das an der historischen Wegkreuzung unter anderem schon als Zollstation und Gerichtsbarkeit der adeligen Neersener Schlossherren Virmonds diente, Anfang des 17. Jahrhunderts; nicht unter Denkmalschutz steht es, weil von der Substanz des Gebäudes aufgrund der vielen, oft nicht wirklich behutsamen Um- und Anbauten im Laufe der Jahrhunderte so gut wie nichts mehr vorhanden war. Zuletzt war das Haus unter anderem auch wegen der Nähe zur Autobahn als Raststätte für Trucker genutzt worden.

Auf dem Grundstück wird ab Mitte des Jahres weiter gebaut

Noch ein Blick nach vorn: Auf dem hinteren Teil des verkauften, insgesamt gut 6000 Quadratmeter großen Grundstücks wird gebaut. „Rund 30 barrierefreie Wohnungen werden dort ab Mitte dieses Jahres entstehen, außerdem drei bis fünf Einfamilienhäuser“, so Kerbusch.

Übrigens wird, so Kerbusch, seitens des Stadtarchivs eine kleine Stele aufgestellt, die an das historische Erbe des Ortes erinnern soll: Unter anderem sollen, so historisch beschlagene Experten, der berüchtigte und später hingerichtete „Fetzer vom Niederrhein“ nebst Räuberkumpanen, aber auch Teile der napoleonischen Entourage hier genächtigt haben – freilich deutlich vor den Truckern.

(Red/Ree)