Schützenwesen in Neersen Klein-Jerusalemer Schützen verzichten auf „Mega-Party“

Neeren · Die jüngst beim Klein-Jerusalemer Schützenfest noch erfolgreiche „Mega-Party“ wird es künftig nicht mehr geben. Die Kosten sind zu hoch.

Auch ohne „Mega-Party“ soll das Schützenfest Klein-Jerusalem auch 2024 wieder ein Erfolg werden.

Auch ohne „Mega-Party“ soll das Schützenfest Klein-Jerusalem auch 2024 wieder ein Erfolg werden.

Foto: Norbert Prümen

(svs) Erhöhte Auflagen, steigende Kosten für Zelte, Musikgruppen oder Gema-Gebühren: Das Schützenwesen befindet sich zumindest ökonomisch gesehen in einer Krise. Immer mehr Schützenvereine erhöhen die Mitgliederbeiträge, um den steigenden Ausgaben entsprechende Einnahmen entgegensetzen zu können. Denn klar ist: Eintrittsgelder zu den Veranstaltungen der Schützenfeste selbst oder Bierpreise sind nicht unbegrenzt steigerbar, sollen die Zelte voll werden und soll die entsprechende Stimmung aufkommen.

Auch der Schützenverein Klein-Jerusalem steht vor diesem Problem. Bei der jüngst abgehaltenen Jahreshauptversammlung entschieden die Schützen darum schweren Herzens, das Schützenfest bis auf Weiteres um einen beliebten Programmpunkt zu kürzen: Die „Mega-Party“, deren vierte Ausgabe im Jahr 2023 stattfand und die im Schützenzelt am ansonsten „freien“ Mittwoch den Übergang zum Abschluss an Christi Himmelfahrt darstellte, wird es künftig nicht mehr geben.

„Wir haben vieles überlegt. Aber am Ende mussten wir die Entscheidung so treffen. Die Megaparty ist einfach zu groß und die daraus resultierenden Kosten zu hoch. Darum werden wir wieder auf die Zelt-Normalgröße von 40 mal 20 Meter zurückgehen“, erzählt Wolfgang Peter, Ehrenvorsitzender des Vereins und verantwortlich für die Pressearbeit.

Um außerdem weitere Gelder einzunehmen, ohne den Verlust von Besuchern durch Preissteigerungen zu riskieren, erhöhen die Schützen ab 2025 den Mitgliederbeitrag. Diesen Schritt waren zuvor bereits andere Vereine und Bruderschaften aus der Region gegangen. Auch in Klein-Jerusalem wurde die Erhöhung auf 90 Euro im Jahr mit großem Verständnis aufgenommen.

Die Schützen ziehen trotz der finanziellen Herausforderungen ein positives Fazit des Jahres 2023. Verantwortlich dafür ist vor allem eine neue Veranstaltung, die fortan zu einer festen Einrichtung werden soll: Das Lichterfest rund um die Kapelle im Spätherbst. Der Termin für dieses Jahr steht bereits fest: Am Wochenende des 8. bis 10. November sollen die Kapelle und der Schlosspark rundherum wieder in einem Lichtermeer erstrahlen und viele Veranstaltungen und Stände Besucher anlocken.

Dabei wollen die Akteure auch in Zukunft zeigen, dass sie weit mehr können als die launige, alkohollastige Schützenfest-Atmosphäre. „Das Lichterfest ist schon nach der ersten Ausgabe unglaublich beliebt, und viele Menschen fragen schon nach der zweiten Ausgabe. Wir alle sind sehr glücklich, dass es so gut angenommen wird, und es zeigt einmal mehr unsere Verbindungen zu unserer emotionalen Heimat, der Kapelle“, sagt Peter.

(svs)
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