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Musikzug der Feuerwehr in Tönisvorst feiert 25. Geburtstag

NRW : Feuerwehrmusiker dürfen wieder proben

Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst wird 25 Jahre alt. Das Jubiläum kann aber corona-bedingt nicht gefeiert werden. Immerhin kann im Feuerwehrgerätehaus in Vorst wieder geprobt werden.

Wenn sie in ihren eleganten Uniformen auftreten, dann sind sie nicht nur ein Genuss für die Ohren, sondern auch für die Augen. Die Rede ist vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Tönisvorst, der im kommenden Monat seinen25 Geburtstag feiert. Seine Wurzeln sind allerdings älter. Sie führen in das Jahr 1966 zurück. Denn zu diesem Zeitpunkt wurde der Fanfarencorps Vorst gegründet. Aus ihm wurde 1981 der Musikverein Vorst.

Weil sich der damalige Wehrleiter Hermann Snellen und der musikalische Leiter des Vorster Musikverein, Hagen Leuschner, kannten, entstand 1996 die Idee eines Musikzuges der Feuerwehr. „Der Musikverein hatte damals schon viele der Auftritte der Feuerwehr begleitet, beispielsweise den Feuerwehrball. Den Musikverein in die Feuerwehr integrieren erschien irgendwie logisch“, sagt Albert Roesges, stellvertretender Wehrleiter Tönisvorst. Die Gründungsversammlung fand am 11. Oktober 1996 in der Vorster Wache statt. 17 Mitglieder waren es, die den Grundstein für die heutige Formation legten. Im Laufe der Jahre sind die Mitgliederzahlen nach oben geklettert.  32 musikzierende Frauen und Männer im Alter von 17 bis 63 Jahren bilden aktuell den Musikzug. Geleitet werden sie seit 2001 von Michael Johnen. Eine Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann muss man nicht sein, um dem Musikzug beitreten zu können. Rund 20 Prozent der Musiker gehören auch der Freiwilligen Feuerwehr an, die anderen nicht. „Bei uns kann jeder mitmusizieren. Wichtig ist allein, dass man Spaß an der Musik hat. Eine musikalische Grundausbildung ist nicht schädlich, aber keine Voraussetzung“, sagt Klaus Kohnen, der Vorsitzende des Musikzuges, mit einem
Lächeln.

Breit gefächerte Palette an verschiedenen Instrumenten

Die Ausbildung an einem Instrument ist möglich. Ein Instrument kann auch gestellt werden. Die Palette der Instrumente, die im Musikzug zu hören sind, ist breit gefächert. Neben anderen gehören Schlagzeug, Tuba, Trompete, Klarinette, Querflöte, Posaune und Saxophon dazu. Genauso breit aufgestellt präsentiert sich das Repertoire. Die Palette reicht von moderner Unterhaltungsmusik über Marsch- und Kirchenmusik bis hin zu weihnachtlicher Musik.

Gerne erinnern sich alle an das Weihnachtskonzert vor zwei Jahren in der St. Töniser Pfarrkirche. „Es war wunderschön. Wir würden ein solches Konzert gerne wiederholen, wenn es dann möglich sein sollte“, sagt Ulrich Sperling, der stellvertretende musikalische Leiter. Ob es in diesem Jahr klappen wird, steht derzeit in den Sternen, da niemand weiß, wie sich die Pandemielage entwickeln wird. Fest steht allerdings schon, dass das Jubiläum nicht gefeiert wird. Die Pandemie macht dem Musikzug einen Strich durch die Rechnung.

Nichtsdestotrotz gab es bereits ein besonderes Geburtstaggeschenk vorab. „Wir dürfen wieder proben“, freut sich Kohnen. Pandemiebedingt ruhten die Proben über ein Jahr. Mit dem vergangenen Freitag sind die wöchentlichen Proben wieder angelaufen. Treffpunkt ist immer das Feuerwehrgerätehaus in Vorst – und das seit 25 Jahren. Die Fahrzeuge werden eigens für die Proben nach draußen gefahren, damit in der Wagenhalle die Musikinstrumente einziehen können. Die Proben laufen jeweils über zwei Stunden. Dazu kommen die Zeiten für die musikalischen Auftritte, die jedes Mitglied einrechnen muss.

In der Regel sind es durchschnittlich 50 Auftritte pro Jahr, die der Musikzug absolviert. Ob Schützenfest, der Zug an St. Martin, Hochzeit oder Ständchen zu einem Geburtstag – der Musikzug ist aufgrund seines großen Repertoires gefragt. Jeder Bürger kann den Musikzug auch für seinen eigenen Event buchen. Der Musikzug ist weit über die Grenzen des Kreises Viersen bekannt. Konzertreisen wurden ebenfalls schon unternommen. Dazu gehörten Auftritte in den Partnerstädten von Tönisvorst, Stare Mesto in Tschechien und Laakdal in Belgien. Was den Musikzug prägt ist die Kameradschaft. „Wir unternehmen außerhalb der Proben viel zusammen“, sagt Roesges, der wie Sperling und Kohnen ein Gründungsmitglied
ist.