Musical: Probenwochenende für Zauberer von Wi

Musical: Probenwochenende für Zauberer von Wi

Die Tradition pflegt die Willicher Robert-Schuman-Europaschule sehr: Wieder bereiten sich Lehrer mit hundert Schülern auf die Premiere vor. Es wird gemalt, getanzt und gesungen.

Willich. Beim Gedanken am Wochenende zur Schule zu gehen, stellen sich bei den meisten Schülern umgehend die Nackenhaare auf. Wenn samstags ein Kuchenverkauf beim Tag der offenen Tür oder eine Theaterprobe anstehen, ist die Motivation üblicherweise im Keller.

Ein komplett anderes Bild bot sich am Wochenende im Forum der Robert-Schuman-Europaschule. Rund 100 Schüler der Stufen fünf bis zwölf haben sich versammelt, um das Musical „Der Zauberer von Wi“ vorzubereiten. Gleich beim Betreten des Gebäudes ist die Motivation und Freude der Schüler zu spüren. Vor und auf der Bühne flitzen als Tiere und Fabelwesen verkleidete Kinder in bunten Kostümen umher.

Aus der Sporthalle sind schmissige Popsongs zu hören. Mittendrin ist Zehntklässlerin Maike. Die 16-Jährige hat das Drehbuch zum Musical mit drei Mitschülerinnen geschrieben: „Es ist angelehnt an den Zauberer von Oz. Wir haben das Stück umgeschrieben und die Handlung nach Willich verlegt.“

Mit der Umsetzung ihrer Idee ist sie sehr zufrieden: „Man merkt aber, dass jeder ein anderes Bild von einzelnen Szenen im Kopf hat.“

Lehrerin Ulli Brasseler betreut das Projekt mit vier Kollegen. Sie steckt viel Herzblut in die Vorbereitungen: „Letzte Nacht habe ich noch bis 1 Uhr Kostüme genäht.“ Auch Fünftklässlerin Rahel ist mit vollem Eifer dabei. Sie gehört zu den jüngsten Teilnehmern.

Die Zusammenarbeit mit den Älteren ist für die Elfjährige kein Problem: „Ich habe ja größere Brüder.“ Neben ihr wartet Sarah auf ihren Einsatz. „Schön ist, dass wir hier in verschiedene Bereiche wie Kunst, Musik oder Tanz reinschnuppern können“, sagt die Zwölftklässlerin.

Gerade verlässt eine als Affen verkleidete Tanzformation die Bühne. Jetzt ist Sarah in ihrer Rolle als böse Wespenkönigin gefordert. Während die Schauspieler auf der Bühne alles geben, ist aus dem hinteren Teil des Forums lautes Sägen zu hören.

Lehrerin Pia Hüttenwirth und Schülerin Carla bereiten Bäume für das Bühnenbild vor. „Ich habe das Drehbuch mitgeschrieben. Hier kann ich meine Ideen für die Bühne direkt umsetzen“, sagt Carla. „So eine Werkstattatmosphäre ist mir in einer Schule am liebsten. Hier sind die Schüler total motiviert“, sagt Hüttenwirth.

In den Kunsträumen haben sich Maske und Kostüm ausgebreitet. Das zwölfköpfige Schminkteam erarbeitet verschiedene Ideen, damit bei der Premiere Ende März jeder Handgriff sitzt.

Die Band hat sich in die Sporthalle zurückgezogen. Sie muss eine Reihe von Songs spielen. Die Bandbreite reicht von Balladen wie Phil Collins´ „You´ll be in my heart“ bis zu Rocktiteln wie „Human“ von den Killers.

Bis in den Abend proben, basteln und tanzen die Schüler. Nach Hause geht es danach nicht. Da auch am Sonntag geprobt wird, bleiben alle zur Übernachtung in der Schule.

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