Schiefbahn : Shoppen, Tanzen, Schlemmen

Kunden nutzen „Moonlight-Shopping“ bis in den späten Abend aus.

Rainer Höppner, der Vorsitzende des Schiefbahner Werberings, war mit der Resonanz auf das Moonlight-Shopping am Freitagabend mehr als zufrieden, und er hatte auch allen Grund dazu: Das Event startete bei spätsommerlichen 21 Grad, Regen war kein Thema, und das Lounge-Mobiliar war stets besetzt. Viele Besucher sollten bis zum Ende gegen 23 Uhr durchhalten. Fachbereichsleiter Bernd Hitschler machte die Stadtbibliothek im früheren Alten Brauhaus, die eine Woche zuvor eröffnet worden war, mit einem zufriedenen Lächeln gegen 22 Uhr dicht: „Heute Abend hatten wir 21 Neuanmeldungen.“ Außerdem wurden zwei Filme gezeigt: Auf einem Schwarzweißstreifen war das Schiefbahn von 1959 zu sehen, der Farbfilm war 1999 von der Werbegemeinschaft gedreht worden.

„Mehr englischsprachige Romane“, „mehr Handarbeits- und Bastelbücher“ standen auf dem Wunschzettel der Bibliotheksnutzer. Herrenausstatter Kuno Held war wunschlos glücklich: „Es ist besser gelaufen als erwartet.“ Gleich nebenan bereitete sich Denise Koopmans auf ihre Geschäftseröffnung am Samstag vor. Sie hatte den ersten Preis beim Gründerwettbewerb Willich geholt und ist seit zwei Tagen Ansprechpartnerin für Stoffe, Kurzwaren und Zubehör. Manuel Hesker verriet Folgendes: „Ich werde ab Januar in das Ladenlokal am Hubertusplatz einziehen, in dem bis vor Kurzem eine Anzeigenagentur war.“

Es gab Spanferkel,
Currywurst und Fleuth-Gin

„Dieser Chardonnay ist ein toller Sommerwein“, schwärmte er und freute sich, dass sich die Schiefbahner was gönnten. „Man sieht, dass die Leute Lust haben, vor die Tür zu gehen“, sagte Hesker. Er führt auch den Fleuth-Gin, den Malte Schmitz und seine Mitstreiter am Freitag aber selbst feilboten. „Das Geschäft läuft gut“, gab Schmitz zu verstehen. „Heute servieren wir Ihnen die Karibik“, lautete die Botschaft vor dem Reisebüro Hess – ein Versprechen auf einen leckeren Longdrink.

Dass man sich wie in einer vibrierenden südeuropäischen Metropole fühlen konnte, lag auch an DJ Schalli, der die Hochstraße von der Kirche bis zum Tömp in einen Klangteppich hüllte – zumindest einige Frauen fanden die Musik so animierend, dass sie mitten auf der Straße ein Tänzchen aufs Parkett beziehungsweise auf den Asphalt legten. Wer weniger Wert auf Exotik legte, wurde an der Currywurst- und Frittenbude fündig. Bei Q-Linaria gehörten Panini mit Spanferkel nach toskanischer Art zu den Köstlichkeiten. Dass nicht nur gegessen und getrunken wurde, sah man an den vielen Einkaufstüten mit dem „Heimatshoppen“-Logo. Denn so schön die Musik auch war: Das Klingeln der Kassen gehört zu solch einer Veranstaltung dazu. barni

Mehr von Westdeutsche Zeitung