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Mit dem Förderprogramm der Stadt Tönisvorst für Dachbegrünung können sich die Politiker nicht anfreunden

Förderprogramm in Tönisvorst : Politiker uneins über Dachbegrünung

Die Mehrheit des Umweltausschusses lehnt eine Idee der Stadtverwaltung Tönisvorst ab.

Die Mitarbeiter der Tönisvorster Stadtverwaltung haben sich viel Mühe gemacht und etliche Punkte aufgelistet, die für Dachbegrünungen sprechen: Durch seine kühlende Wirkung sei ein begrüntes Dach gut für das Mikroklima, es verhindere im Sommer das Aufheizen des Hauses und im Winter das Auskühlen. Auch trügen solche Dächer zur Verbesserung der Luftqualität bei, bauten CO2 ab und würden Feinstaub binden Und für das Regenwassermanagement und als Lebensraum für Insekten seien begrünte Dächer auch gut.

Trotz dieser Argumente konnten sich auch die Politiker in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses, wie schon die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses zuvor, nicht mit dem Förderprogramm anfreunden, das die Stadt ins Leben rufen will. Es sieht vor, bei der Dachbegrünung privater Bauten bis zu 25 Prozent der Materialkosten, maximal jedoch 2000 Euro, zu übernehmen. „Für uns ist das ein Bauteil zum Klimaschutz“, sagte Fachbereichsleiter Jörg Friedenberg.

Auch Michael Schütte (GUT) sah Dachbegrünungen als „ersten Schritt in die richtige Richtung“. Heidi Sorgalla (UWT) fände eine Förderung pro Quadratmeter sinnvoller und würde das Thema lieber in ein klimapolitisches Gesamtkonzept einfließen lassen.

CDU machte mit Punktesystem einen Gegenvorschlag

Die CDU spracht sich dagegen aus, dass die Stadt außerdem eine Dachbegrünungspflicht bei Neubauten einführen will, und legte einen eigenen Antrag für den Klimaschutz vor: „Wir können uns stattdessen ein Klimabonuspunktesystem vorstellen“, sagte Alexander Decher: „Jeder Bauherr, der sich klimafreundlich verhält, bekommt Bonuspunkte, für die es Vergünstigungen gibt.“

Begrünte Vorgärten, Fassaden und Dächer, Solarthermie, Photovoltaik und alles, was zu Einsparung von Energie beiträgt, könne bei Häusern bewertet werden. „Wir wollen den Bauherren eine breite Auswahl an ökologisch sinnvollen Maßnahmen geben, die mit Förderanreizen ausgestattet sind und das Ganze nicht nur auf eine Dachbegrünungspflicht reduzieren“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzender Andreas Hamacher. „Um den Klimaschutz zu stärken, sprechen wir uns gegen Verbote und für Anreize und Förderungen aus“, betonte die CDU-Fraktion.

Auch den Grünen scheint das Förderprogramm nicht ausgewogen genug zu sein. „Photovoltaik und ähnliches sollte mit aufgenommen werden“, sagte Kurt Wittmann. Das Thema sei zu komplex für einen Schnellschuss, und der Fördertopf viel zu klein. Während Friedenberg betonte, die Dachbegrünung sei nur ein kleiner Baustein, viele weitere sollten folgen, drängte Helge Schwarz (SPD-Fraktion) darauf, das Klimaschutzkonzept des Kreises abzuwarten.

Und so beschloss das Gremium schließlich, das Thema wieder in den Bau- und Verkehrsausschuss zu verweisen, der in seiner Februar-Sitzung über Förderprogramme für den Klimaschutz, das Klimakonzept des Kreises und die CDU-Idee des Bonuspunkteprogramms diskutieren soll. Damit wurde der Punkt auch wieder von der Tagesordnung der Ratssitzung, die am darauffolgenden Tag stattfand, genommen.