Mit Boxen fit durch den Schulalltag

Das Lise-Meitner-Gymnasium und die AOK haben für ein neues Sportangebot einen Kooperationsvertrag abgeschlossen.

Anrath. Für den neuen Leiter des Lise-Meitner-Gymnasiums, Thomas Prell-Holthausen, war es „eine schöne Überraschung“: Gerade erst im Amt, landete ein Schreiben der AOK Rheinland auf seinem Tisch, in dem ihm eine Projektförderung von fast 5000 Euro im Rahmen der Initiative „Fit durch die Schule“ bewilligt wurde. Die Krankenkasse und das Anrather Gymnasium haben dazu eine zweijährige Kooperation abgeschlossen, die vor wenigen Tagen offiziell besiegelt wurde.

„Die Gesundheit muss ein ganz zentrales Anliegen von Schule sein. Denn wir haben nicht nur einen Bildungsauftrag, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, betont Prell-Holthausen. Bewegung und Ernährung sind dazu zwei wichtige Bestandteile. Hier geht das LMG — unterstützt von der AOK — jetzt neue Wege. „Auch die Eltenpflegschaft und der Förderverein helfen uns dabei“, so Prell-Holthausen.

Bewegungsangebote in der Mittagspause für die Unterstufe sowie diverse Sport-AGs gibt es schon länger. Neu ist, dass am Dienstagnachmittag die Fäuste fliegen — und das ganz ohne Aggression. Dafür verantwortlich ist das Angebot „Owl Team Fitness“ von Kai Burchardt.

Sein Ziel ist es, mit Elementen des Boxsports zu einer Stärkung von Selbstvertrauen, Mut, Disziplin, Kraft und Ausdauer beizutragen. Bereits seit sechs Jahren geben Burchardt und seine Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit der Stadt Willich und unter dem Namen „Boxing for Personality“ ähnliche Box-Kurse in der Judo-Halle des DJK/VfL Willich.

„Bei den Schülern kommt das super an. In diesem Halbjahr sind schon alle Plätze belegt“, berichtet LMG-Sportlehrer Michael Daners. Ein Kurs ist auf 15 Schüler beschränkt, rund 40 stehen schon auf der Warteliste. „Die Teilnehmer können sich richtig austoben“, erzählt Daners, der auch an dem Training teilgenommen hat — und anschließend Muskelkater hatte. Was ihm gut gefallen hat: Ehe das eigentliche Training begann, gab es Hinweise zu Regeln und Disziplin — schließlich soll niemand zu Schaden kommen.

Mit dem Box-Angebot lässt es das Gymnasium im Übrigen nicht bewenden. Denn auch das Thema Ernährung wurde in den Blick genommen. In der neuen Schulküche, die in den Sommerferien fertiggestellt wurde, werden seit kurzem in kleinen Gruppen gesunde Gerichte gekocht. Um auch entsprechende Zutaten verwenden zu können, ist eine Kooperation mit den Bio-Bauern vom Stautenhof abgeschlossen worden. „Dieses Angebot wollen wir noch erweitern“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Agnes Regh.

Wie Thomas Prell-Holthausen verrät, hat er für die Weiterentwicklung dieses Ansatzes auch das Kollegium in den Blick genommen. „Gesunde Lehrer unterrichten besser“, sagt er. Über entsprechende Bewegungsangebote für die Kollegen werde deshalb ebenso nachgedacht wie über eine „bewegte Pause“ für alle.

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