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Mischlings-Schau: Hunde auf dem Laufsteg

Mischlings-Schau: Hunde auf dem Laufsteg

Eine Jury bewertete die Vierbeiner in St. Tönis nach Benehmen und Aussehen.

St. Tönis. Mit leuchtenden Augen und einem breiten Lächeln auf dem Gesicht nimmt Axel Jansen den goldenen Pokal entgegen, den Fressnapf-Mitarbeiterin Sylvia Ehmke ihm überreicht. "Guck mal, Elli, das ist ganz alleine dein Verdienst", sagt der Achtjährige und streicht seinem Mischling über das goldene Fell.

Bei der Aktion "Tag des Hundes" vor der Fressnapf-Filiale in St. Tönis ergatterte Axel Jansen mit Familienhund Elli den zweiten Platz in der Kategorie Mini-Hunde. Bewertet wurde er von einer Publikumsjury nach Benehmen und Aussehen.

Einmal pro Jahr organisiert die Gruppe Krefeld, Tönisvorst und Viersen des Internationalen Rasse-Jagd-Gebrauchshunde Verbandes (IRJGV) vor jeder Fressnapf-Filiale solch einen Wettbewerb für Mischlingshunde und findet damit großen Anklang. "Die Besitzer freuen sich sehr über die Pokale und Urkunden. Denn normalerweise hat man keine Chance, mit einem Mischling Preise zu gewinnen", erklärt Silvia Zepp, Ausbilderin beim IRJGV und ehrenamtliche Zuchtrichterin. Wichtig sei neben dem Wettbewerb aber auch die Prüfung auf Pflege und Gehorsam, die alle Hunde vor der Siegerehrung durchlaufen müssten.

Mischling Elli hat hier keine Mängel aufzuweisen. "Na, wurden dir auch gut deine Zähne geputzt?", fragt Prüfer Peter Elsbergen, während er mit der rechten Hand Ellis Bauch umfasst und mit der Linken ihre Lippen hochschiebt. "Alles in Ordnung", stellt er fest und fängt an, ihren Schwanz auf Verletzungen und Brüche abzutasten. "Hunde lenken und steuern mit der Rute. Deshalb ist die Kontrolle hier besonders wichtig", erklärt er. Als Nächstes wird die Sauberkeit der Ohren überprüft. "Als ich heute Morgen einem Rassehund mit einem Taschentuch über die Ohren gegangen bin, war das hinterher schwarz", nennt Elsbergen ein schlechtes Beispiel. Nach einem letzten Blick auf Gangwerk und Beinstellung, betitelt er Elli allerdings als vorbildlich.

Mit vorbildlichem Benehmen konnte der schlappohrige Mischling Benji seine Jury überzeugen und ergatterte vor Elli den ersten Preis. Für den siebenjährigen Mix aus Pudel, Terrier und Schnauzer ist das schon der 20. Pokal. "Und in meinem Leben macht er auch den ersten Platz", lacht Besitzerin Gisela Reynders. Vor fünf Jahren hat sie ihn aus Teneriffa von einer Müllkippe geholt. Seither verbringt die 61-Jährige jede freie Minute mit ihm. "Er ist pflichtbewusst, hat ein liebes Wesen und ist dankbar für alles", zählt sie seine Stärken auf.

Peter Elsbergen, Vorsitzender der Gruppe Krefeld, Tönisvorst und Viersen weiß um den Trend vom Rassehund zum Mischling. "Seit rund sieben Jahren werden Mischlinge immer mehr bevorzugt und vor allem oft aus den südlichen Ländern geholt", erzählt er. Er selbst sei mittlerweile auch auf den Geschmack gekommen und habe sich einen angeschafft. "Ich bin nur der Meinung, dass man erst einmal unsere eigenen Tierheime leer machen sollte, bevor man Tiere aus dem Ausland zu sich nimmt", erklärt er.