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Minoritenplatz: Auch Neersen hat jetzt einen Bücherschrank

Am Minoritenplatz : Neersen hat jetzt einen Bücherschrank

Der Bücherschrank soll den Minoritenplatz beleben. Zudem gibt es einen Interessenten, der dort im Sommer ein mobiles Café betreiben möchte.

(msc) Sie soll ein Baustein sein, um den Minoritenplatz in Neersen zu beleben: Eine umgebaute Telefonzelle steht dort ab sofort Leseratten zur Verfügung. Am Dienstagmittag eröffneten Vertreter der Stadtverwaltung, der Stadtbibliothek und der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) Neersen sowie Willichs Bürgermeister Christian Pakusch den neuen Bücherschrank – um die Tür daraufhin gleich wieder provisorisch mit Flatterband zu verschließen. Denn der heftige Wind sorgte dafür, dass die Tür der Zelle immer wieder aufschwang. Doch das soll bald behoben sein, versicherte der Bürgermeister.

Zuvor hatte er genau 115 Bücher gezählt, die als Erstausstattung von Stadtbibliothek und KÖB Neersen in den Bücherschrank gepackt worden waren – vom Roman für Erwachsene über Jugendbücher bis zu Kinder- und Malbüchern. Wer nun eines der Bücher mit nach Hause nehmen möchte, kann das tun, wenn er im Gegenzug ein anderes Buch hineinstellt. Der Bücherschrank sei allerdings nicht dazu gedacht, massenweise Bücher abzuliefern und so seinen Dachboden zu entrümpeln, sagten die beiden KÖB-Leiterinnen Dagmar Gilles und Barbara Schrewe. So war es nämlich unlängst auf dem Marktplatz in Alt-Willich geschehen, wo sich die Bücher wenige Tage nach der Eröffnung der „Bücherzelle“ Anfang April im näheren und etwas weiteren Umfeld der Zelle stapelten und durch die Gegend flogen.

Zwei Helferinnen
übernehmen die Patenschaft

Dafür, dass es im und am Neersener Bücherschrank ordentlich bleibt, sorgen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der KÖB, die die Patenschaft übernommen haben. Inzwischen seien auch zwei Privatpersonen gefunden worden, die sich um die „Bücherzelle“ in Willich kümmern, sagte Andrea Krause, Mitarbeiterin der Willicher Stadtbibliothek.

Finanziell möglich gemacht wurde der Bücherschrank durch Spenden von Bürgern, Firmen und Parteien sowie dem Verein „Tierschutz für Willich“, dessen Logo auf der alten Telefonzelle prangt. 746 Euro an Spenden waren für das Neersener Exemplar, das von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs umgebaut worden war, zusammengekommen. Weitere sollen folgen, versicherte Pakusch. Auch Anrath, Schiefbahn und Wekeln sollen jeweils einen solchen Bücherschrank erhalten, der Zuspruch sei enorm.

In Neersen hofft Bürgermeister Pakusch nun auf mehr Leben auf dem Minoritenplatz. Ob der Bücherschrank merklich dazu beitragen wird, bleibt abzuwarten, doch es gibt ein weiteres Projekt: Es habe sich ein Interessent gemeldet, der im Sommer gern täglich auf dem Minoritenplatz ein mobiles Café betreiben möchte, so Pakusch – vorausgesetzt, die Corona-Pandemie lässt das zu.