Meinung Eine doppelte Blamage

Peinlich. Ein Desaster. Kaum fallen einem Worte ein, die stark genug wären, um die Riesenpanne in der ersten Sitzung des Willicher Stadtrats zu beschreiben. Da werden zwei stellvertretende Bürgermeister gewählt und verpflichtet – und dann stellt sich heraus, dass dies rechtlich nicht sauber war.

 WZ-Redakteur Werner Dohmen

WZ-Redakteur Werner Dohmen

Foto: Lübke, Kurt (kul)

Denn nach Auskunft der Kreisaufsicht am Tag darauf stand nach dem sogenannten d’Hondtschen Verfahren der Posten der zweiten Stellvertretung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu, die bei der Kommunalwahl das zweitbeste Ergebnis nach der CDU erzielt hatte. Womit Dietmar Winkels (SPD) eigentlich sofort zurücktreten und die Blumen, die er nach der Wahl erhalten hatte, an Claudia Poetsch (Grüne) abgeben sollte.

Von „Kommunikationsproblemen“ zwischen Stadt und Kreis ist da in einer Presseerklärung der Willicher Verwaltung die Rede. Denn diese hatte sich ja angeblich vor der Wahl schlau über das Verfahren gemacht. Ganz so schlau aber wohl doch nicht: Statt frühzeitig für Rechtssicherheit zu sorgen, ließ die versammelte Sachkompetenz der Verwaltungsspitze den neuen Bürgermeister Christian Pakusch in seiner ersten Ratssitzung schlecht aussehen.

Gründlich blamiert hat sich nicht nur die Stadt, sondern vor allem die Strategen von CDU, SPD und FDP, die gedacht hatten, mit ihrer gemeinsamen Liste Claudia Poetsch als stellvertretende Bürgermeisterin verhindern zu können. Offenbar fehlte hier sogar dem neuen Fraktionschef der CDU, Paul Schrömbges, der Durchblick – und das, obwohl er selbst viele Jahre Beigeordneter der Stadt Viersen war.

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