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Willich: Mehr Stellen für die Sicherheit

Willich : Mehr Stellen für die Sicherheit

Die Stadt Willich verstärkt den Kommunalen Ordnungsdienst. Die Polizeiwache an der Grabestraße ist nach wie vor nachts besetzt.

Willich. Das Thema „innere Sicherheit“ ist in diesen Tagen wieder in aller Munde — vor allem im laufenden Wahlkampf für die Landtagswahl am 14. Mai. Die meisten Parteien sind darum bemüht, dem Gefühl der Unsicherheit bei vielen Bürgern mit dem Versprechen von mehr Polizeipräsenz zu begegnen. In Willich wird es in Kürze noch sehr viel konkreter: Es gibt grünes Licht für den Ausbau des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD).

Willich: Mehr Stellen für die Sicherheit
Foto: Archiv

Bereits im vergangenen Jahr hatten CDU, FDP und Grüne die personelle Verstärkung des KOD von zwei auf vier Stellen beschlossen. Er soll gleichzeitig auf alle vier Stadtteile ausgeweitet werden. Bislang war er fast ausschließlich in Alt-Willich tätig. Da der Haushalt der Stadt für das Jahr 2017 mittlerweile rechtskräftig geworden ist, können Ordnungsamtsleiter Martin Zinnel und seine Mitarbeiter nun an die konkrete Umsetzung gehen.

Die CDU hatte den Stein seinerzeit ins Rollen gebracht und sich dafür stark gemacht, den KOD massiv auszuweiten. Johannes Bäumges, Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten, begrüßt deshalb jetzt auch die bevorstehende Besetzung der beiden Stellen: „Die Präsenz des Staates im öffentlihen Raum, die zuletzt deutlich gesunken ist, wird damit gesichert.“ Er spielt an auf die weiter zurückgehende Zahl an Polizeibeamten im Kreis Viersen, was unter anderem zur Ankündigung geführt hat, die Willicher Polizeiwache nachts und am Wochenende zu schließen. Bisher allerdings, so erfuhr die WZ auf Nachfrage bei der Kreispolizeibehörde in Viersen, ist die Wache auch in der Nacht mit zumindest noch einem Beamten besetzt.

Johannes Bäumges ist sich gleichwohl sicher: „Der Kreis Viersen hat und wird weiterhin Polizeikräfte verlieren. Mit dem kommunalen Ordnungsdienst müssen wir jetzt als Stadt auf eigene Kosten gegensteuern. Mit Geld, das an anderer Stelle fehlt.

Eine KOD-Streife besteht aus einem städtischen Mitarbeiter und einer Kraft eines privaten Sicherheitsdienstes mit Sitz im Stahlwerk Becker. Die jährlichen Kosten werden von jetzt 113 000 auf knapp 200 000 Euro steigen.

„Menschen in Uniform“ können nach Ansicht von Johannes Bäumges das Sicherheitsgefühl der Bürger verbesssern. Natürlich könne der Ordnungsdienst keine polizeilichen Aufgaben wahrnehmen, aber „Präsenz zeigen und ordnende Funktion wahrnehmen“, so der CDU-Fraktionschef weiter. Als Beispiele für mögliche Einsatzgebiete nennt er Ruhestörungen, Vandalismus, Verunreinigungen in Grünanlagen und Spielplätzen, die Überwachung des ruhenden Verkehrs und die allgemeine Gefahrenabwehr. Die Polizei werde dadurch auch entlastet.

Nur die SPD hatte im Vorjahr die Ausweitung des Ordnungsdienstes kritisiert. Sie bezweifelte, dass dadurch das „subjektive Gefühl der Unsicherheit“ beseitigt werden könne. Ratsherr Dieter Lambertz (CDU), pensionierter Polizeibeamter, glaubt dagegen, dass vier KOD-Stellen für die ganze Stadt auf Dauer nicht ausreichen: „Das kann nur ein Anfang sein.“