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MEG-Schulsekretärin Marga Lönnendonker sagt Tschüss

Abschied vom MEG : Marga Lönnendonker sagt Tschüss

Die Schulsekretärin geht nach ihren beruflichen Stationen in der Tönisvorster Real- und Sekundarschule sowie des Gymnasiums in den Vorruhestand.

Niemals geht man so ganz. Das stimmt. Marga Lönnendonker ist zwar offiziell ab dem 24. März nicht mehr im Sekretariat des Michael-Ende-Gymnasiums anzutreffen. Aber dem MEG, genauer gesagt dem schuleigenen Chor „MEGels“, bleibt sie erhalten. „Ich muss doch das S vertreten“, sagt sie und lacht.

In der Endung des Chornamens steht das E für Eltern, das L für Lehrer. Das S für Schüler allerdings ist seit einiger Zeit in diesem 40-köpfigen Kreis Fehlanzeige. Aber das S steht verlässlich für Sekretärin. Und die singt weiter. Auch im Vorruhestand.

Marga Lönnendonker, Jahrgang 1957, ist in Düren geboren. Seit 1992 lebt sie mit ihrem Mann, einem gebürtigen Hülser, in St. Tönis. Das Ehepaar hat zwei Töchter. Seit 2001 ist Marga Lönnendonker bei der Stadt Tönisvorst tätig. Zunächst arbeitete sie im Schulamt. 2003 bewarb sie sich auf die Stelle der Sekretärin für die Realschule Tönisvorst. „Ich habe damals gemeinsam mit Rektorin Monika Röttsches angefangen“, erzählt sie. Bis zu Lönnendonkers Wechsel ins Sekretariat der Sekundarschule 2013 war Monika Ricken ihre Chefin.

Ansprechpartnerin für die Jahrgangsstufen 5 und 6

2015 zog Marga Lönnendonker im Schulzentrum Corneliusfeld noch ein paar Türen weiter. Seitdem ist sie Kollegin von Ingrid Thyssen und feste Ansprechpartnerin für die Jahrgangsstufen 5 und 6 am Michael-Ende-Gymnasium.

Die Aufgabe der Schulsekretärin an der Schnittstelle von Schulleitung, Stadtverwaltung, Eltern und vor allem Schülern scheint ihr wie auf den Leib geschnitten. „Ich habe mich unheimlich gerne für die Belange der Kinder eingebracht. Wenn ich helfen konnte...“ Manchmal passierten im Büro 1000 Dinge auf einmal. Da müsse man entscheiden, was zuerst erledigt werden müsse, was warten könne. „Langweilig war es nie. Mit dem Druck konnte ich immer gut umgehen, denke ich.“

Gekümmert hat sie sich um die Flüchtlingskinder an der Schule über die jungen Jahrgänge hinaus. „Das lag mir auch sehr am Herzen.“ Ihre 37-Stunden-Woche im Schulzentrum Corneliusfeld hat sie ausgefüllt. Stressig waren die Anmeldephasen und die Zeit, in denen die Zeugnisse geschrieben werden mussten. „Aber das war mit den Stufenkoordinatoren eine eingespielte Sache.“

Geplant war, dass sich Marga Lönnendonker zunächst von ihren Kollegen aus dem Schulamt verabschiedet, vom Schulleitungsteam um Paul Birnbrich und allen, mit denen sie im Laufe der Jahre kollegial zusammengearbeitet hat. Sie tritt noch einige Tage Resturlaub an. Das endgültige Ade vom Kollegium soll im Sommer erfolgen.

Vermissen werde sie die „Kontakte, die sich entwickelt haben. Das Gefühl, gefordert zu sein. Mir wird nachgesagt, ein „Kümmer-Syndrom“ zu haben.“ Das ist nicht zu verneinen. Es spiegelt sich in ihren Plänen für die Zukunft wider: Marga Lönnendonker wird sich beim Kinderschutzbund in Kempen einbringen. Sie hat die halbjährige Ausbildung zur Beraterin am Kinder- und Jugendtelefon absolviert. Außerdem möchte sie nach den Osterferien in der Stadtbibliothek Tönisvorst als Lesepatin beginnen. Das wird sie außerdem in Kitas und Grundschulen anbieten.

„Ich habe mich immer sehr für Politik interessiert.“

„Ich liebe es, morgens am Frühstückstisch in Ruhe die Zeitung lesen zu können – mit einer Tasse goldbraunem Kaffee.“ Die Zeit wird Marga Lönnendonker bald haben.

Auch die für andere Lektüre, für die geliebten Skandinavien-Krimis oder politische Sachliteratur. Gerade hat sie das Buch von Michelle Obama zwischen. „Ich habe mich immer sehr für Politik interessiert.“

Schön sei es, dass sie und ihr Mann bei Reisen nicht mehr auf die Schulferien angewiesen sind. „Daran werde ich mich aber auch erst gewöhnen müssen“, sagt Lönnendonker und schmunzelt.

Vor dem Aufbruch steht der Abschied. Auch vom Büro. Ein Poster mit bunten Stiften, das sie einst zu ihrem 50. Geburtstag bekommen hat, nimmt sie mit nach Hause. Vielleicht auch das Poster vom Dom und das Kölsche Gesetz, das in ihren dienstlichen vier Wänden hängt.

Köln und der Sitzungskarneval, dafür ist und bleibt Lönnendonker auch Feuer und Flamme, für die Musik von Brings, Bläck Fööss und Höhner. Damit ist der Bogen mit der Liebe zur Musik wieder geschlagen. Und zu den MEGels. Mit S wie Lönnendonker.