Neersen : Der Martinszug kommt – und der Fortbestand ist gesichert

Die Existenz des Martinsvereins Neersen stand auf der Kippe – jetzt konnte der Vorstand fast komplett neu besetzt werden. Und der Martinszug soll am 4. November stattfinden.

Der St. Martins–Verein Neersen e.v. wird weiter bestehen bleiben – und der Martinszug wird in der Ortschaft am 4. November stattfinden. Das ist das Ergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins im katholischen Pfarrheim, in dem es darum ging, ob der Verein angesichts eines komplett zurückgetretenen Vorstandes überhaupt weiter existieren kann.

„Wir haben an dem Abend um 19.23 Uhr zu acht zusammengesessen wie sonst auch, und dann hat sich das gefüllt. Das war ein sehr gutes Zeichen“, schilderte der neue Vorsitzende Frank Timmer, zugleich auch Darsteller des Sankt Martin seit acht Jahren, die Situation.

Unter den neu Anwesenden befanden sich viele funktionserfahrene Personen – vom Seniorenbeirat, dem Stadtrat, die Leiterin der Begegnungsstätte, Elternvertreterinnen, Vertreter der Sankt–Sebastianus–Bruderschaft und Mitglieder anderer Vereine. „Wir sind mehr als froh und erleichtert, dass einige engagierte Neersenerinnen und Neersener dem Aufruf aus der Presse gefolgt sind.“ Alle hätten den Alarmruf des Vereins gehört. „Darauf lässt sich aufbauen.“

Die Neeersener haben
den Alarmruf gehört

So konnte tatsächlich ein neuer Vorstand gewählt werden. Das Amt der zweiten Vorsitzenden übernahm Melanie Schaath, die jedes Jahr den Neersener Weihnachtsmarkt mit organisiert. Den Posten des ersten Kassierers übernimmt ab sofort Marcus Frenzel, der als Kassierer des Schachclubs bereits über zehnjährige Erfahrung verfügt. Zweite Kassiererin wurde Christina Nießen. Das Amt der ersten Schriftführerin übernahm Annika Reinardy, die zuvor schon als zweite Kassiererin aktiv war. Nur der Posten des zweiten Schriftführers blieb unbesetzt.

Außerdem beschloss der Verein, dass möglicherweise in etwas abgespeckter Form ein St. Martins–Umzug stattfinden soll und unter Einhaltung der geltenden Corona Schutzverordnung Martinstüten an die Kinder ausgegeben werden sollen.

Der Zug soll ab 17.15 Uhr durch die Ortschaft ziehen. Die Anträge dazu seien am Mittwoch rausgegangen, von der Stadt dazu die entsprechende Unterstützung gekommen, bestätigte Timmer. Und Bürgermeister Christian Pakusch habe zugesichert, zum Tütenpacken vorbeizukommen.

„Darauf habe ich zuhause erstmal ein Glas Sekt getrunken“, sagte der frühere zweite Vorsitzende Uwe Köffer der WZ, der nach 25 Jahren Vorstandsarbeit gemeinsam mit Martina Weuffen, Marvin Weuffen und Katharina Kreutzer zurückgetreten war, aber an der Vorbereitung des Zuges noch mitwirken wird.

„Die Stimmung war Aufbruch. Es war eine tolle, gelöste Stimmung. Wir haben Glück gehabt, dass so viele erfahrene Leute mit in die Sache eingestiegen sind. Das haben wir Ihnen zu verdanken“, dankte er für die mediale Aufmerksamkeit, die dazu beigetragen habe, Bürger des Ortes zu bewegen. „Ich habe 2019 angekündigt, dass ich mich 2020 zurückziehe. Da ist das Fest ausgefallen. Ich bin heilfroh, dass wir das auf die Beine gestellt bekommen.“

Zumal er in diesem Jahr nach 31 Jahren das letzte Mal in der Rolle des „armen Mannes“ am Feuer sitzen wird. „Da herrscht ein bisschen Wehmut, ich werde sicher ein paar Tränchen verdrücken. Ich habe nach der Mantelteilung immer Kinder angesprochen. Und die leuchtenden Augen zu sehen, das ist unbezahlbar.“

Ab heute werden die Sammler wieder von Haus zu Haus gehen, Spenden sammeln und Märkchen für die Kindertüten verteilen. Die Märkchen können auch am 15., 22. und 29. Oktober im Wahlefeldsaal am Minoritenplatz in der Zeit von 18 bis 20 Uhr bei Melanie Schaath erworben werden.

Am Tag des Umzuges am 4. November können die Tüten im Zeitraum von 15.30 bis 20 Uhr im Wahlefeldsaal abgeholt werden.

Wer außerdem den St. Martinsverein unterstützen und spenden möchte, kann dies über Paypal unter der E-Mail—Adresse martinsvereinneersen@gmail.com tun.