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Instandsetzung: Maria fehlt ein Zacken in der Krone

Instandsetzung : Maria fehlt ein Zacken in der Krone

In der Pfarrkirche St. Johannes werden drei Altäre in den Zustand von 1898 zurück versetzt.

Anrath. Seit 2006 geht der Kirchbauverein St. Johannes Anrath daran, die katholische Pfarrkirche für die nächsten Generationen zu erhalten. Mehr als 200 000 Euro wurden bislang durch Spenden und Beiträge aufgewandt, um an allen Ecken und Enden drinnen wie draußen die katholische Pfarrkirche instandzusetzen und zu restaurieren. Zuletzt war es der komplette Innenanstrich. Jetzt steht die von Alexander Poscher angeführte Fördergemeinschaft vor einer ihrer größten Herausforderungen: Die drei Altäre (Marien-, Josefs- und Hauptaltar) wieder so herzustellen, wie sie ursprünglich 1898 aussahen.

Vom alten Altar sind das obere Altarbild und Teile des Obergewölbes erhalten geblieben — und das unvollständig. So fehlen Maria ein Zacken in der Krone, Jesus der linke Daumen, zwei Engel oder einige Kreuzblumen im Ornament. Der Altartisch ist aus der ehemaligen Krankenhaus-Kapelle. Die Gemälde und Schnitzereien direkt unterhalb des Altarbildes, Predella genannt, gibt es schon lange nicht mehr.

Wesentliche Teile auch der anderen beiden Altäre mitsamt den oberen Gewölben wurden abgebaut, nachdem sich das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) für eine einfachere Altarform, bei dem unter anderem der Pfarrer die Gläubigen auch sehen kann und umgekehrt, ausgesprochen hatte. Daraufhin kam es auch in Anrath zu einer Art „Raubbau“, wurden wesentliche Elemente entfernt, teilweise gestohlen oder verbrannt. „Und da der Marienaltar von allen drei Altären am leichtesten wiederherzustellen ist, fangen wir jetzt damit mal an“, sagt Ulrich Bons.

Der Kirchenvorstand hat gerade dieser ersten etwa 25 000 Euro teuren Restauration des Marienaltars zugestimmt, die der Kirchbauverein ausschließlich selbst finanzieren wird. Hermann Thees hatte den Kontakt mit einer namhaften polnischen Restaurations-Werkstatt aufgenommen, die ihren Hauptsitz in Stettin hat. Der Altartisch bleibt, wird nur etwas dunkler, dem schmückenden Aufsatz entsprechend, gebeizt. Wohl im Spätherbst wird der einstige Aufsatz dann abgebaut, restauriert und mit der „Predella“ und dem dann intakten Obergewölbe ergänzt. Etwa drei Monate könnte dies dauern.

Bons: „Dies ist dann für uns die Premiere und eine Art Probestück für die beiden anderen Altäre.“ Diese sind nur noch in Fragmenten erhalten. So hat der Hauptaltar lediglich noch den Aufsatz, fehlen der Unterbau und das Gewölbe komplett.

Beim „Tag des Denkmals“ am Sonntag, 13. September, werden um 14.30 und 16.30 Uhr Kirchenführungen angeboten. Die Pfarrkirche wird dann von 13 bis 17.30 Uhr geöffnet sein.