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Liegt in Vorst ein Blindgänger? Evakuierungs-Plan steht

Liegt in Vorst ein Blindgänger? Evakuierungs-Plan steht

Sollte in Vorst ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, ist der kleinere Stadtteil vorbereitet.

Vorst. Liegt im Vorster Süden eine Bombe? Am Dienstag, 21. Mai, beginnen die Sucharbeiten, um festzustellen, ob in Vorst tatsächlich ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegt. Was bedeuten kann, dass ein Großteil der Bevölkerung evakuiert werden müsste. Die Rede ist von rund 3500 Menschen. Das bestätigte gestern Pressesprecherin Catharina Perchthaler auf WZ-Nachfrage.

Ab Mittwoch werden im kleineren Tönisvorster Stadtteil Infoschreiben verteilt, die auf mögliche Maßnahmen hinweisen. „Vorsorglich“, wie die Stadt betont. Dabei werden Betroffene auf das richtige Verhalten bei einer möglichen Evakuierung vorbereitet: Was gehört in eine Notfall-Tasche? Zum Beispiel wichtige Medikamente. Wie lässt man sein Haus zurück? Wer die Möglichkeit hat, kann sein Haus mit einem eigenen Fahrzeug verlassen. Es mache Sinn, sich gegebenenfalls bei Verwandten oder Bekannten einzuquartieren, empfiehlt Catharina Perchthaler. Für Haustiere gilt das in jedem Fall, die dürfen nicht mit in die Notunterkunft genommen werden. Die liegt im Forum Corneliusfeld.

Eine andere Möglichkeit sei aber auch, eine der drei Sammelstellen aufzusuchen. Die liegen am Sportplatz, am Parkplatz der Volksbank oder an der Ecke Bruch-/Neuhäuser Straße. Hier stehen gegebenenfalls Busse bereit.

Und die Dauer der Evakuierung? „Drei Stunden bis ein Tag“, sagt Perchthaler. In der möglichen Evakuierungszone liegen das Seniorenheim Kandergarten sowie die Kindergärten „Dreikäsehoch“ (Brucknerstraße) und Grüner Weg. Um einen „Bombentourismus“ zu vermeiden, vor dem der Kampfmittelräumdienst warnt, gibt die Stadt die mögliche Fundstelle nicht bekannt.

Zusätzlich zu dem Informationsschreiben gehen ab Donnerstag, 16. Mai, Evakuierungstrupps durch die betroffenen Straßen, um bei konkreten Nachfragen zur möglichen Evakuierung zu helfen. „Das Infoschreiben dient auch dazu, dass Menschen, die beispielsweise einen Krankentransport brauchen oder aber nicht aus eigener Kraft eine der drei Sammelstellen aufsuchen können, sich bis zum 20. Mai beim Bürgertelefon melden, damit wir Vorsorge treffen können“, sagt Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten. Sowohl bei der Vorbereitung wie bei einer eventuellen Durchführung ist die Tönisvorster Feuerwehr mit von der Partie, wie deren Chef Rolf Peschken bestätigt.

Unmittelbar an die Evakuierungszone grenzt der sogenannte Sicherungsbereich. Auch dessen Bewohner werden per Infoblatt informiert. Sie werden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen, Rollläden herunterzulassen, im Haus zu bleiben. Gewarnt wird per Sirene. Auf 106,6 Mhz informiert zudem Welle Niederrhein aktuell.