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Kulturhalle: Nachbarn erlauben lange Feiern

Kulturhalle: Nachbarn erlauben lange Feiern

Bürgermeister selbst hatte bei Anwohnern um Unterschriften geworben.

Schiefbahn. Es scheint zu einer einvernehmlichen Lösung bei der künftigen Nutzung der Kulturhalle zu kommen. Alle 26 Nachbarn, darunter auch die beiden Beschwerdeführer, haben — unter gewissen Auflagen — ihr Einverständnis für erst nachts um 1 Uhr zu Ende gehende Veranstaltungen erklärt.

Willichs Bürgermeister Josef Heyes selbst hatte bei Anwohnern um die Unterschrift gebeten. Ihm half Matthias Kaulen von der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG).

Freuen dürfen sich zunächst der Frauenchor „Belcanto“, der am 5. Oktober in der Kulturhalle sein 40-jähriges Bestehen feiern will, und der Männerchor „Cäcilia“, der dort am 16. November sein Cäcilienfest durchführt. In Kürze werden sie die Genehmigungen erhalten. Künftig dürfte es die Verwaltung durch die Unterschriftenliste einfacher haben, Einzelerlaubnisse zu erteilen.

Vor wenigen Wochen waren Mitglieder des Petitionsausschusses des Landtages in Schiefbahn gewesen. Sie hatten sich über das Brand- und das Lärmschutzgutachten für die Halle unterrichten lassen. Für Umsetzung der darin genannten Maßnahmen muss der Rat 2014 das Geld bereitstellen.

In der Übergangszeit hatte der Ausschuss vorgeschlagen, die Einverständniserklärungen der Nachbarn einzuholen. „Natürlich sind auch wir Beschwerdeführer damit einverstanden, wenn bestimmte Auflagen eingehalten werden“, sagte am Donnerstag Werner Bechtel, der wie die Familie Steves unterschrieben hat.

Als Anhang zu der Unterschriftenliste werden Veranstaltungen genannt, die bis 22 Uhr bzw. 1 Uhr dauern dürfen. Bis 22 Uhr zählen dazu die Generalversammlung der Sebastianer und die Adventsbasare, bis nachts um 1 Uhr das Stiftungsfest „Blitz“ und die Karnevalssitzungen. Zu den Auflagen zählen: Höchst-Lärmpegel von 60 Dezibel, nach 22 Uhr nur noch Ausgang zur Schillerstraße. „Gut wäre es auch, wenn wir — sollten Veranstaltungen aus dem Ruder laufen — einen direkten Ansprechpartner hätten“, erklärten Bechtel und Steves. Die Verwaltung sicherte dies zu.

Rund 200 000 Euro werden notwendig sein, um vor allem das Brandschutzkonzept zu erfüllen. Joachim Stukenberg von der Stadt nennt Details: „Es müssen zehn bis elf Brandschutztüren installiert werden.“ Da es künftig einen Ein- (Schulstraße) und einen Ausgang (Schillerstraße) geben soll, sei beabsichtigt, den Ausgang mit einer Doppeltür zu versehen. Auch die Brandmeldeanlage müsse man auf den neusten Stand bringen.