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Tönisvorst: Kuhstraße: Verkehr ist zu schnell

Tönisvorst : Kuhstraße: Verkehr ist zu schnell

Bei einer automatischen Zählung wurden im Durchschnitt 50 Fahrzeuge pro Stunde im Vorster Ortskern festgestellt.

Vorst. Ein innerstädtisches Verkehrskonzept für Vorst ist am Wochenende von Bürgern auf einer CDU-Veranstaltung gefordert worden. Vor allem die Parksituation rund um den Markt sowie der Verkehr in diesem Bereich sorgen bei Anwohnern schon länger für Verdruss. Die Stadt hatte deshalb im Dezember und Januar an der Seulenstraße und der Kuhstraße über je zwei Wochen ein Gerät installiert, das rund um die Uhr den kompletten Verkehr zählte. Das Fazit von Fachbereichsleiter Wolfgang Schouten: „Der Verkehr im Ort ist nicht exorbitant groß.“

Wie die WZ schon berichtete, hatte die Zählung auf der Seulenstraße überraschend wenig Verkehr erkennen lassen: Nur 15 bis 20 Fahrzeuge pro Stunde sind dort durchschnittlich zwischen 6 und 18 Uhr unterwegs — und dabei sind Fahrräder mit berücksichtigt.

„Uns war vorher schon relativ klar, dass es auf der Kuhstraße mehr sein wird“, erläutert Wolfgang Schouten. Und tatsächlich: Im Schnitt etwa 50 Fahrzeuge pro Stunde bewegen sich dort. „Das ist aber nur ein Mittelwert, am frühen Abend oder am Samstag sind es mehr“, so Schouten. Spitzenwerte von 75 Fahrzeugen pro Stunde seien da durchaus drin — wobei auch hier die Fahrräder mit gezählt werden.

Für den Fachbereichsleiter ergibt sich aus dem Vergleich der beiden Zählungen ein klares Ergebnis: Durchgangsverkehr, der quer durch den verkehrsberuhigten Bereich rollt, um die Ampel in der Ortsmitte zu umfahren, ist so gut wie nicht vorhanden. „Denn sonst hätte auf der Seulenstraße ja das gleiche Verkehrsaufkommen herrschen müssen.“

Die meisten Verkehrsteilnehmer, die über die Kuhstraße zum Markt fahren, sind laut Schouten Menschen, die dort beim Bäcker, in der Apotheke oder im Zeitschriftenladen etwas einkaufen wollen. Und sie fahren auf dem selben Weg zurück, auf dem sie auch gekommen sind. „Dieser Verkehr wird sich auch nicht unterbinden lassen“, so der Fachbereichsleiter.

Etwas unternehmen müsste man aber an anderer Stelle: Während die gemessenen Verkehrsteilnehmer auf dem kurzen Stück der Seulenstraße zum Markt im Durchschnitt nur zehn Stundenkilometer fahren, sind es auf der Kuhstraße 21 km/h. „Das ist für eine verkehrsberuhigte Zone viel zu hoch“, räumt Wolfgang Schouten ein. Seine Erklärung: Der längere Fahrweg die Kuhstraße hinauf bis zum Markt führe zu höherem Tempo.

Am 21. März wird sich der zuständige Fachausschuss mit den Zahlen beschäftigen. Auch ein mögliches Verkehrskonzept für Vorst wird dort diskutiert werden. Nach Meinung von Wolfgang Schouten gebe es keinen großen Handlungsbedarf, den Durchgangsverkehr im Ort zu unterbinden — denn der sei ja kaum vorhanden. Eine Einbahnstraßenregelung für Kuh- oder Seulenstraße mache da wenig Sinn.