Willich : Kritik an den Bauplänen

Villa Langels: Architekt bezeichnet das Gebäude als ,Problem-Immobilie’. Bei der Erörterung wurde es manchmal auch unsachlich.

Willich. Anwohner der Grunewall- und der Wilhelmstraße genießen den Ausblick auf die seit rund 20 Jahren leerstehende Villa Langels und den rund 6 000 Quadratmeter großen Park — beides mit Patina, beides märchenhaft schön, niemand, der Lärm produziert. Und sie möchten aus nachvollziehbaren Gründen nicht, dass dort gebaut wird. Das machten sie jetzt auf einer Bürgerinformationsveranstaltung deutlich.

Planungsamtsleiter Thomas Scholemann setzte dem entgegen, dass die Verdichtung der Bebauung in einem Wohngebiet Vorrang habe vor einer Entwicklung im Außenbereich. Die zahlreichen Wortmeldungen kann man in zwei Kategorien aufteilen: Da waren unrealistische, egoistische, oft forsch vorgetragene Maximalforderungen wie die, alles so zu belassen wie es ist, oder dort einen öffentlichen Park zu gestalten.

Philipp Hammer, Architekt

Und es gab an der vorgestellten Planung ernstzunehmende Kritik im Detail. Architekt Philipp Hammer aus Aachen erklärte: „Die Villa soll saniert werden und der Baumbestand weitestgehend erhalten bleiben.“ Das Ensemble beschrieb er als Problemimmobilie. Die Vermarktung der hinteren Grundstückshälfte sei Voraussetzung, um die aufwendige Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Hauses zu finanzieren.

Elf Wohneinheiten sollen dort entstehen, überwiegend Doppelhäuser. Die Flachdach-Häuser sind zweigeschossig plus Staffelgeschoss geplant. Thomas Scholemann wies mehrfach darauf hin, dass man sich noch in der Anfangsphase der Planungen befinde.

Nach rund einer Stunde meldete sich Miteigentümer und Architekt Peter Marquardt aus Mülheim an der Ruhr zu Wort. Ihm gelang es, die Diskussion ein wenig zu versachlichen. Er habe Verständnis dafür, dass die Anwohner lieber weiterhin einen Park haben und auf eine alte Villa schauen möchten. Er warb aber auch für seine Pläne.

Und er trat dem Eindruck entgegen, die Planungen seien ein Schnellschuss: „Ich habe in den vergangenen zwei Jahren sehr viel Arbeit in das Projekt investiert und wesentliche Dinge im Vorfeld untersuchen lassen.“ Marquardt räumte ein, dass eine gewisse Ausnutzung des Grundstücks aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich sei. „Es ging mir allerdings nie um eine Maximierung ohne Ende, Geschosswohnungsbau war nie ein Thema“, erklärte er. Das Kutscherhaus und die Garagen werden seinen Plänen zufolge abgerissen. Auch nicht jeder Baum wird erhalten werden können. Thomas Scholemann erklärte, wie die Obere Denkmalbehörde tickt: „Es ist ihr lieber, dass Abstriche gemacht werden beim Denkmalschutz, wenn das Gebäude genutzt wird, als es verfallen zu lassen.“

Einige Anwohner zeigten sich enttäuscht: Sie hätten die frühere Eigentümerin, Frau Busch-Ten Elsen gebeten, ihnen einen Teil des Grundstücks zu verkaufen, um ihre eigenen Gärten zu vergrößern und hätten auf ihre Anfragen nie eine Antwort bekommen. Kritisiert wurde die Höhe der geplanten Gebäude und die bauliche Verdichtung ebenso wie die angespannte Verkehrssituation auf der Bahnstraße in diesem Bereich.