Kricker-Studienstiftung unterstützt auf Bildungsweg

Anrath : Stiftung unterstützt Anrather in der Ausbildung seit dem Jahr 1972

Anträge auf die diesjährige Ausschüttung der Dr.-Gottfried-und-Sophie-Kricker-Studienstiftung können noch bis zum 31. Januar gestellt werden.

Viele ältere Anrather haben ihn noch persönlich gekannt, bevor er 1972 starb: Gottfried Kricker, dem Bildung für alle Gesellschaftsschichten zeitlebens am Herzen lag. Er bestimmte testamentarisch, dass die mit Mitteln aus seinem und dem Nachlass seiner Frau gegründeten Stiftung junge Menschen unterstützt werden sollten, damit sie höhere Schulen besuchen und studieren konnten.

„Man muss bedenken, dass früher Schulgeld bezahlt werden musste und Kinder aus Arbeiterfamilien kaum eine Chance hatten zu studieren“, erinnert Willy Kerbusch, der Erster Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Willich ist, aber auch ehrenamtlicher Stiftungsvorsitzender. Bis heute sind es Hunderte von jungen Menschen, die Unterstützung für ihr Studium, ihre Ausbildung oder eine Meisterfortbildung erhalten haben.

Tatsache ist aber, dass die Zahl der Anfragen zurückgeht. Woran das liegt, ist unklar. Waren es 2015 noch 45 gestellte Anträge, von denen 40 positiv beschieden werden konnten, lag die Zahl 2018 bei 22 Anträgen, von denen 18 eine Zusage erhielten.

Früher mussten die Stipendiaten auch in Anrath geboren sein

Die einstige Vorgabe, dass nur Menschen, die im Anrather Krankenhaus geboren wurden, Anspruch auf die Mittel hatten, hat sich dies schon aufgrund der Tatsache, dass Anrath seit Jahren kein Krankenhaus mehr hat, geändert. Liegt der Erstwohnsitz in Anrath oder wird eine der Anrather Schulen – Lise-Meitner-Gymnasium und Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule - besucht, kann ein Stipendienantrag gestellt werden. Wer eine Bewilligung erhält, kann sich auf 150 Euro pro Semester freuen, sprich 300 Euro im Jahr. Wer in den Genuss der Ausschüttung 2019 kommen möchte, kann sich bis zum 31. Januar bewerben.

War das Vermögen von Gottfried und Sophie Kricker noch bis Ende 2016 in Bundesanleihen angelegt, so änderte sich dies. Kerbusch hatte vor dem Hintergrund der ständig sinkenden Zinsen die Idee, das Geld in einer Immobilie anzulegen, um dann wiederum aus den Mieterträgen die Ausschüttungen leisten zu können. Die Stadt Willich selber verfügte dabei über das geeignete Objekt in Anrath: Die Stiftung erwarb ein Wohn- und Geschäftshaus an der Jakob-Krebs-Straße und vermietete es. Bei Vollvermietung gehen die Einnahmen über die Zinserträge von sechs Prozent hinaus, die einst die Bundesanleihen brachten. Der Objekt- und Wohnungsbau der Stadt Willich kümmert sich um die Pflege des Objektes. tre