Kreis Viersen schließt Beatmungs-Wohngemeinschaft wegen gravierender Mängel

Missstände: Kreis Viersen schließt Beatmungs-Wohngemeinschaft wegen gravierender Mängel

Der Kreis Viersen schließt am Dienstag eine Beatmungs-Wohngemeinschaft in Willich-Wekeln und bringt die sieben Bewohner noch am Abend woanders unter. Grund: Hygienische Mängel und Missstände bei der Versorgung der Patienten.

Am Dienstag schloss der Kreis Viersen wegen gravierender Missstände eine Beatmungs-Wohngemeinschaft in Willich-Wekeln und brachte am selben Abend die sieben Bewohner in benachtbarte Einrichtungen unter.

Wie der Sprecher des Kreises Viersen, Markus Wöhrl mitteilte, wurden bereits in der vergangenen Woche Missstände in der Einrichtung in Willich-Wekeln bei einer Kontrolle durch das Gesundheits- und Sozialamt festgestellt. Das betraf sowohl die Pflege der sieben Bewohner der Einrichtung als auch die hygienischen Zustände in den Räumlichkeiten. Daraufhin forderte das zuständige Amt per Verfügung die Betreiberfirma auf, die Mängel zu beheben.

„Die Nachkontrolle am Montag hat ergeben, dass sich die Zustände nicht geändert haben und die Mängel nicht abgestellt wurden“, sagte Wöhrl unserer Zeitung. Deshalb entschlossen sich die zuständigen Behörden, die Einrichtung zu schließen und die Bewohner in andere Einrichtungen der Städte Viersen, Krefeld und Gladbeck zu verlegen.

Hoher logistischer Aufwand

Die Einsatzkräfte arbeiten in Schutzanzügen. Foto: samla.de/Drabben

Der Umzug der Beatmungspatienten fand unter strengen hygienischen Bedingungen statt und dauerte bis in die späte Nacht. Unterstützt wurde der Umzug vom DRK und der freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Viersen.

„Die Verlegung der Patienten ist mit einem großen logistischen Aufwand verbunden. Notfalltransporte von sieben Intensivpatienten und ihr kompletter Umzug müssen geplant und durchgeführt werden“, sagte Wöhrl.

Unter strengen hygienischen Bedingungen wurden die Patienten transportiert. Foto: samla.de/Drabben

Am Dienstag wurden die Vorbereitungen getroffen und die Angehörigen informiert. Neue Pflegeinrichtungen mussten gesucht werden und die Vorausetzungen für den Transport der Intensivpatienten geschaffen werden. Zudem mussten die Patienten vorher durch einen Arzt eingehend untersucht werden, da nicht alle Patientenakte zur Verfügung standen.

Um 18.30 Uhr konnte schließlich mit der Verlegung der ersten Patientin begonnen werden. „Da eine Patientin nach Gladbeck in einen neue Einrichtung kam, was am weitesten entfernt liegt, haben wir damit begonnen“, erklärt Wöhrl.

Um 21.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte drei Patienten untergebracht. „Bis Mitternacht werden wir wohl alle Bewohner transportiert haben, schätzte Wöhrl die Lage ein.

Wegen des Einsatzes ist die Buslinie 055 zwischen Haltestelle Jupiterstraße und Stachelbeerweg vorübergehend gesperrt. Die Haltestellen Jupiterstraße, Am Anger, Bonnenring und Stachelbeerweg werden bis 24:00 Uhr nicht bedient.

(dw)
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